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Fremde Macht: Arabische Medien

Wie Medien der arabischen Welt weltweit islamistische Propaganda verbreiten


Von diesen Namen haben die meisten Menschen in Deutschland noch nie etwas gehört: „AI-Hajjat aI-Dschadida“, „Al-Quds al-Arabi“, „Al-Manar“. Hinter den arabischen Begriffen verbergen sich schlichtweg die Titel von Tageszeitungen, Magazinen und Fernsehsendern, die nicht nur unter Muslimen in Ägypten, Syrien oder der Türkei zum Alltag gehören, sondern längst auch in Deutschland, Europa, USA — „dem Westen“. Was in vielen arabischen Medien verbreitet wird, ist frappierend und schlicht Hetze gegen die „Feinde im Westen“ und den „Erzfeind Israel“. Längst haben arabische Medien eine wichtige Rolle im Grundsatzanspruch des Islam übernommen: die Lehre Mohammeds von der „Vorherrschaft des Islam“ weltweit zu verbreiten.

Von Andreas Dippel, Elisabeth Hausen und Dana Nowak

Würde dieses Musikvideo auf einem deutschen oder englischsprachigen Fernsehsender laufen, wäre die Empörung der Politiker und Medienwächter schier grenzenlos: In dem Videofilm zu dem Lied „Oh arabischer Freund“ wird in arabischer Sprache US-Präsident George W. Bush niedergesungen, beschuldigt, gemeinsam mit dem israelischen Premierminister Ariel Scharon für die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World-Trade-Center und andere „Gräueltaten“ verantwortlich zu sein.

Der Text stammt aus der Feder eines der beliebtesten Musiker der arabischen Welt, Schaban Abd al-Rahim: „Amerika und Israel, eine Münze mit zwei Gesichtern. Sie haben die Welt in einen Dschungel verwandelt und die Lunte angezündet... Wehe, arabische Freunde, wann werdet Ihr handeln? Das Schweigen nützt nichts, das ist der große Irr-tum“, heißt eine Liedstrophe von „Oh arabischer Freund“. Bisher wurden mehr als 15 Millionen Tonträger des Liedes verkauft, Tag und Nacht senden ägyptische Fernsehsender das Musikvideo mit der Botschaft gegen den Westen. Die palästinensische Tageszeitung „A1-Hajjat al-Dschadida“ schreibt, Al-Rahim habe „das gesagt, was den arabischen Völkern auf dem Herzen liegt“. Das Lied habe „ausgedrückt, was in der Welt geschieht“. Nach Auffassung der saudischen Zeitung „Al-Watan“ sind das Schönste an dem Lied die Karikaturen „der hässlichsten Menschen in der Menschheitsgeschichte, Bush und Scharon“. Wie der Informationsdienst „Walla“ berichtet, wird das Musikvideo in Ägypten täglich mehr als 70-mal gesendet.

Doch die Botschaft dieses über arabische Medien verbreiteten Musikvideos ist schon lange kein Einzelfall mehr. Und schon gar nicht der Gipfel der Hasstiraden und Hetze, die täglich in millionenfacher Auflage und Einschaltquote über arabische Tageszeitungen, Magazine, Radio und Fernsehen verbreitet werden. Dabei folgen arabische Medien einem simplen wie durchsichtigen Muster: in der Berichterstattung werden westliche Staaten generell als Angreifer gegen arabische Länder dargestellt, die sich mit Hinterlist und aus reiner Geldgier auf die arabische Welt stürzen.

Propaganda gelangt ungehindert nach Europa

Diese Botschaft wird beileibe nicht nur in Medien der arabischen Welt verbreitet, sondern auch in Deutschland. An vielen Kiosken liegen Zeitungen wie „Al-Hajjat“, „Nimrooz“ oder die in London produzierte Tageszeitung „Al-Quds al-Arabi“ aus. Darin werden Bilder, Karikaturen und Artikelserien veröffentlicht, die arabische Politiker und Machthaber glorifizieren und Israel und westliche Staaten als eine „Al­lianz des Bösen“ einer Millionenleserschaft auch in Deutschland darstellen. Anfang Mai 2004 veröffentlichte etwa die saudische Zeitung „A1-Hajjat“ eine Karikatur, in der Israels Premierminister Ariel Scharon als riesiger Ballon dargestellt wird, der von US-Präsident George W. Bush mit einer Luftpumpe aufgeblasen wird. Die simple Botschaft: sie betrügen und schmieden Allianzen.

Unweigerlich nimmt die Berichterstattung über den anhaltenden Nahost-Konflikt einen breiten Raum in arabischen Medien ein. Den Lesern von Zeitungen werden überwiegend Bilder von muslimischen Kämpfern gezeigt: ein palästinensischer Junge schwingt mutig sein Gewehr, an einer Mauer stehen Dutzende für ein Verhör festgehaltene Palästinenser, zwei israelische Soldaten stehen lachend daneben. Arabische Medien wählen Bilder aus, die eine klare Sprache sprechen. Auf muslimische Leser geht eine Dauerberieselung von israel-feindlichen und anti-jüdischen, von pro-arabischen und anti-westlichen Tiraden nieder, die das Denken und Verhalten prägen und Misstrauen und Vorurteile schüren. Und das täglich, in millionenfacher Auflage und über Dutzende arabische Fernsehsender, die dank Satellitenschüsseln auch in deutschen Wohnzimmern zu empfangen sind. Nicht nur „Al-Dschasira“ — häufig als „arabisches CNN“ gepriesen — kann durch die digitale Fernsehtechnik weltweit empfangen werden, sondern auch Sender von staatstreuen Medien oder gar Terror-Organisationen wie der HisbolIa-Sender „Al-Manar“. Und damit gelangt die islamistische Propaganda aus Kairo, Syrien und Damaskus nach Berlin, Köln und Hamburg.

Doch gerade der Fernsehsender „Al Dschasira“ steht durch seine weniger radikale Berichterstattung über „den Westen“ nicht selten am Pranger der arabischen Machthaber. Wer Kritik an arabischen oder moslemischen Staaten übt, muss häufig dafür bezahlen. So, wie „Al-Dschasira“: Mehrmals wurde wegen angeblich zu kritischer Berichte das Büro in der palästinensischen Stadt Ramalla geschlossen, in den Büros in Kuwait und Jordanien wurden Korrespondenten entlassen, Ägypten, Syrien und Saudi-Arabien forderten den katarischen Sender öffentlich zur Mäßigung auf.

Richtlinien für syrische Nachrichtenagentur

Wie Medien durch Sprache manipulieren, zeigt auch das Beispiel der syrischen Nachrichtenagentur SANA. Diese hat ein eigenes „Lexikon der offiziellen syrischen Medien“ geschaffen. Darin wird vorgegeben, welche Begriffe verwendet werden dürfen - in erster Linie zur Berichterstattung über den Nahost-Konflikt. So müssen Unruhen von Palästinensern als „Demonstratio­nen“, Terror oder Gewalttaten als „Widerstand“ bezeichnet werden. Wenn von der Stadtverwaltung Jerusalems die Rede ist, muss es heißen: die „so genannte Stadtverwaltung“.

Seitdem Ariel Scharon zum israelischen Premierminister gewählt worden ist, verwenden Journalisten in Syrien vermehrt den Begriff „Staatsterror“. Der israelische Verteidigungsminister wird als „Kriegsminister“ bezeichnet. Israel heißt der „Feind“, da es noch den syrischen Golan besetzt hält. Die Manipu­lation durch Sprache hat in Syrien eine lange Tradition. In den ersten Jahrzehnten nach der Gründung des israelischen Staates sahen die Syrer die Verwendung des Begriffes „Israel“ in der Politik als Verrat an. Wenn von Israel die Rede war, hieß es „das zionistische Gebilde“, „die zionistischen Banden“ oder „der zionistische Feind“.

Verschwörungen gegen das Judentum

Doch der Hass gegen die Juden treibt noch weitere, erschütternde Blüten. In der regierungsnahen ägyptischen Zeitung „Al-Gumhurijja“ veröffentlichte der stellvertretende Herausgeber, Abd Al-Wahhab Adas, am 18. März 2004 einen Artikel mit der Überschrift „Die israelische Geheimwaffe“. Er beschuldigt darin die Juden, für den Terrorismus in der ganzen Welt verantwortlich zu sein. Auch für das Attentat in Madrid am 11. März. In dem Artikel heißt es: „Wenn Sie wissen wollen, wer in Wirklichkeit für alle möglichen Katastrophen verantwortlich ist und jeden einzelnen Terroranschlag verübt, dann halten Sie Ausschau nach den zionistischen Juden. Sie stecken hinter der ganzen Gewalt und den Terroranschlägen, die überall auf der Welt verübt wurden. Sie tun dies in erster Linie, um es den Arabern und Muslimen in die Schuhe schieben zu können. Sie wollen sowohl den Arabern und Muslimen selbst als auch ihrem Image schaden und sie in der ganzen Welt als Terroristen hinstellen, die Unschuldige bedrohen. Viel gefährlicher noch ist aber, dass sie nach jedem von ihnen durchgeführten Terroranschlag einen Hinweis oder Spuren hinterlassen, die beweisen sollen, dass arabische Muslime die Täter sind. Ihr letzter Anschlag waren die Bombenattentate in Spanien. Der spanische Innenminister erklärte, dass in der Nähe einer Moschee eine arabische Videokassette gefunden wurde, auf der ein Militärsprecher von Al Qaida die Verantwortung für die Attentate übernahm ... Es ist offensichtlich, dass die Juden diese Spuren legten, um der ganzen Welt zu beweisen, dass die Araber und Muslime hinter den Bom­benattentaten stehen ... Die Juden schüren den Hass auf Araber und Muslime und sind auch verantwortlich für den 11. September.“

Hetzpredigten im staatlichen Fernsehen

Eine weitere Form von Hetze gegen die westlichen Staaten - die Ungläubigen - findet regelmäßig zum Freitagsgebet in vielen Moscheen statt. „0 Allah, sei uns Muslimen gnädig. 0 Allah, stärke diejenigen, die den Islam unterstützen und enttäusche diejenigen, die uns Muslime enttäuschen. 0 Allah, zerstöre die aggressiven Zionisten und den Tyrannen Amerika und erschüttere den Boden unter ihren Füßen.“ Mit diesen Worten schloss der Geistliche Scheich Ahmad Abd al-Rassak al-Rukaji seine Predigt in der Großen Mo­schee der jemenitischen Hauptstadt Sanaa vom 6. Februar, die im staatlichen Fernsehen übertragen wurde. Sie ist nur ein Beispiel von vielen.

Manipulation schon im Schulunterricht

Doch nicht nur in Zeitungen und Sendungen wird gegen den Westen und Israel gehetzt. Das „Center for Monitoring the Impact of Peace“ (CMIP) in New York hat Schulbücher in Saudi-Arabien untersucht. Die Mitarbeiter kommen zu dem Ergebnis: „Die Angaben, die Schüler über Christentum, Judentum, den Westen, Israel und Zionismus erhalten, sind absolut unvollständig und in vielen Fällen falsch. Die Geschichte der Juden und der westlichen Zivilisation wird nur aus einem feindlichen Blickwinkel gelehrt.“ So heißt es in einem Arabischlehrbuch für die neunte Klasse: „Wir, die Muslime, hatten die Prinzipien von Gerechtigkeit, Gleichheit und menschlichen Rechten in der Praxis verbreitet, bevor der Westen sie prahlerisch in Worten verkündete, aber nicht in Taten umsetzte.“ Die gefährlichste Wirkung des Westens auf die Muslime heutzutage „ist sein kultureller und intellektueller Einfluss, dem Widerstand geleistet werden sollte“, stellt das CMIP fest. „Westliche Demokratie wird abgelehnt.“ Der Westen werde in den Schulbüchern als „Quelle der Plagen in der islamischen Welt“ geschildert - angefangen bei den mittelalterlichen Kreuzzügen bis zur Gründung des Staates Israel.

Film „Passion Christi“: „Teufel hinter den Juden“

Besonders die Medienberichterstattung und Kommentare in arabischen Zeitungen über den auch unter Muslimen so erfolgreichen Kinofilm „Die Passion Christi“ des US-Regisseurs Mel Gibson lassen aufhorchen. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, der Film über den Leidensweg Jesu Christi stoße unter Muslimen auf eine „positive Resonanz“, wird der Kinostreifen in arabischen Ländern überwiegend zur Propaganda gegen das Christentum und die jüdische Bevölkerung genutzt. Natürlich kann es unter den Zuschauern auch zur Hinwendung zum christ­lichen Glauben kommen, wie dies berichtet wird. Doch arabische Medien halten massiv dagegen. In der ägyptischen Zeitung „Al-Ahram“ schreibt der Redakteur Adel Hamuda zu „Die Passion Christi“: „Der Film schildert nicht nur die letzten zwölf Stunden von Christus, sondern ist auch ein mu­tiges Beispiel für die politische, finanzielle und mediale Macht der Juden, die sich bisher immer von allen Verbrechen reingewaschen haben, die sie in der Geschichte begangen haben ... In jeder Filmszene, in der die Gestalt des Teufels auftritt, steht er hinter Juden. Der Teufel zeigt sich nicht hinter Judas Iskariot oder in der Nähe der römischen Soldaten und deren Befehlshaber. Die Teufelsgestalt erscheint nur in Szenen, in denen Priester und die mörderischen Juden auftreten. Das ist die klare und mutige Botschaft von Mel Gibson, die keiner weiteren Erklärung oder Interpretation bedarf“ schreibt der ägyptische Journalist.

Auch kritische Stimmen arabischer Journalisten

Dennoch gibt es immer wieder auch unter arabischen Journalisten kritische Stimmen an der Bericht­erstattung. So schrieb der saudische Kolumnist Mu­hammad Al-Raschid in der englischsprachigen Tageszeitung „Arab News“ (Saudi-Arabien) im März von „der Neigung, andere zu beschuldigen und Tatsachen auszublenden“. Die arabische Welt könne sich nicht darüber beklagen, wenn „die Welt auf uns schaut und sich fragt, ob wir denn überhaupt noch einen Funken Menschlichkeit besitzen“. Überzeugungen, die es rechtfertigten, dass „Betende in die Luft gejagt werden, sollten zum Feind der Menschheit erklärt werden“, so Al-Rascheed. Er bezog sich in seinem Kommentar auf mehrere Anschläge auf Schiiten in den irakischen Städten Kerbela und Bagdad. Nach den Attentaten hatten mehrere moslemische Geistliche aus dem Libanon die USA für die Anschläge verantwortlich gemacht, da sie „keine Sicherheit gewährleisten konnten“.

Islamlehre: Bücher als Medium in Deutschland

In einem im Mai veröffentlichten Bericht in der Hamburger Wochenzeimng „Die Zeit“ schildert Richard Herzinger die Eindrücke seines Besuches einer muslimischen Buchmesse in Berlin. Die türkischen und arabischen Besucher dort interessieren sich nicht für Debatten, die in deutschen Sendungen, Artikeln oder Diskussionsrunden im Fernsehen geführt werden, sondern dieser stetig wachsende Teil unserer Bevölkerung sucht und findet auf dieser Buchmesse Literatur und Zeitungen, Filme und Musikkassetten aus der arabischen Welt, die ihr Denken und Alltagsverhalten in Deutschland allein nach einem Wert ausrichten: dem Islam. Bei der auch in Deutschland verbreiteten islamischen Literatur, arabischen Zeitungen und Magazinen zeigt sich: die Berichterstattung unterscheidet sich nicht von derjenigen der Medien in der arabischen Welt. Und schafft somit Probleme für die Integration von Muslimen.

Die Zeit“ zitiert den ägyptischen Religionsgelehrten Mohammed Qutb, dessen Schriften auf dem Berliner Buchfest auf Deutsch ausliegen. Er wird als Verfasser zahlreicher Bücher und anerkannter Gelehrter des isla­mischen Rechts vorgestellt. In seinen Veröffentlichungen heißt es: „Wir glauben, dass der Islam das beste aller Systeme auf Erden ist. Und wir glauben durch unsere geschichtliche, geografische und nationale Stellung, dass der Islam der einzig mögliche Weg ist, zu Selbstachtung, Stolz und Gerech­tigkeit zu gelangen. Aber wie kann man heute, in einer islamfeindlichen Welt, den Weg zur Verwirklichung dieses Systems gehen?“ Der Schrift-gelehrte gibt selbst die Antwort: „Zur Verwirklichung dieses Vorhabens gibt es nur einen einzigen Weg - den Glauben! Das, was diese Religion so groß werden ließ, ist auch jetzt wieder seine Heilung ... Es gibt keinen Zweifel daran, dass sich die Menschheit eines Tages in eine Welt retten muss, in der die Materie mit dem Geist und der Seele vereint ist. Es besteht kein Zweifel daran, dass sie sich eines Tages in den Islam ergeben wird.“ Eine Botschaft, die eindeutig ist, und nicht etwa in fernen arabischen Ländern und Moscheen verbreitet wird, sondern in Büchern, die auf Deutsch in Buchhandlungen erhältlich sind und unter Muslimen einen reißenden Absatz finden.

Medienmacht Internet: Hetze aus dem Netz

Bücher dieses Inhalts sind jedoch nicht die einzige Form der Verbreitung islamistischer Ideologie über die Medien. Längst haben sich arabische Webseiten im Internet etabliert, die islamische Propaganda verbreiten. Von Schweden aus betreibt der ehemalige marokkanische Offizier Ahmed Rami die Internetseite „Radio Islam“ und preist dort seine Bücher an. Sie erscheinen in deutscher Sprache und können frei henmtergeladen werden. Eines seiner Werke trägt den Titel „Die Macht der Zionisten“, in dem Rami den Holocaust als „Bluff und zionistische Lüge“ bezeichnet. In einem weiteren Buch versucht er nachzuweisen, dass die „Protokolle der Weisen von Zion“, eine Fälschung des zaristischen Geheimdienstes, die die Verschwörung der jüdischen Weltbevölkerung gegen das christliche Abendland beweisen sollte, authentisch seien. Ramis Leitwort: „Israels Politik bestätigt die Echtheit der Protokolle der Weisen zu Zion“.

Die bekannte Internetseite www.muslimmarkt.de, das wohl größte deutschsprachige Internetportal für Muslime, verbreitet ähnliche Propaganda. Betrieben wird das Portal von den Brüdern Yavuz und Görhan Ozuguz. Beide beteuern selbstverständlich, keine anti-westliche Propaganda unterstützen oder gar verbreiten zu wollen. Dennoch wurden die Brüder Görhan Anfang dieses Jahres vom Amtsgericht ihrer Heimatstadt Delmenhorst wegen Volksverhetzung verurteilt. Denn entgegen ihrer Beteuerungen, eine „zum Dialog bereite“ Internetseite zu betreiben, wie die Brüder schreiben, findet sich bei genauerem Hinsehen eine ganz andere Wortrichtung. Hier wird zum Boykott von Produkten der „westlichen Welt und Israels“ aufgerufen, Turnschuhe der US-Firma „Nike“ oder „Coca Cola“-Getränke sollen von Muslimen nicht gekauft werden. Zur Begründung heißt es auf der Internetseite: „Denn Coca Cola ist das Symbol für die Expansion US-amerikanischer Kultur in der Nachkriegszeit, eine Expansion, die man als ‚Amerikanisierung‘ bezeichnen kann ... In muslimischen Kreisen hält sich zudem hartnäckig das Gerücht, dass das Cola-Imperium massiv von zionistischen Bewegungen unterstützt werde. Belege hierfür konnten wir bisher nicht finden, aber auch ohne die direkte Unterstützung des Zionismus ist Cola aus oben genannten Gründen für uns einen Boykottaufruf wert ... Aber auch das Christentum wird von Coca-Cola für seine eigenen Zwecke missbraucht.“

Sprachbarriere: Unkontrollierbare Ideologien

Was in diesen deutschsprachigen Internetportalen verbreitet wird, hat seinen Ursprung in arabischen Medien. Die allerdings kaum von Nicht-Muslimen gelesen werden. Allein schon aus dem Grund, weil die Artikel in Arabisch oder Türkisch verfasst sind. „Bislang sitzt in unseren Köpfen noch immer die Vorstellung, dass das, was wir nicht verstehen können, uns auch nicht unmittelbar betreffen könne“, schreibt „Zeit“-Autor Richard Herzinger. Und bringt damit das Problem auf den Punkt. Denn die Hass-Tiraden gegen Israel und die westliche Welt werden von einer Bevölkerungsgruppe auf­genommen, deren Gesinnung immer unkontrollierbarer wird. Und wer das Denken und die Prägung einer Gruppierung nicht mehr nachvollziehen kann, könnte schon bald von einer Ideologie überrannt werden, der bislang die christlich-abendländische Kultur standgehalten hat.

Weitere Informationen zum Thema „Arabischer Terror in den Medien“ bieten das Middle East Media Research Institute (MEMRI) und das Center for Monitoring the Impact of Peace (CMIP).

MEMRI bietet:

Ubersetzungen israelischer, iranischer und arabischer Medien

Veröffentlichungen mit den Beziehungen Deutschlands und der Europäischen Union zur Region des Nahen Ostens als Schwerpunkt

Studien zum Antisemitismus in arabischen Gesellschaften und zur Entwicklung von Ideologie und Organisation islamistischer Extremismen

www.memri.de

CMIP bietet:

Untersuchungen von Schulbüchern und Lehrplänen im Nahen Osten

Bisher sind erschienen: Studien über palästinensisches, saudisches, syrisches, ägyptisches und israelisches Schulmaterial.

www.edume.org



© 2007 DIG Muenchen - Letzte Änderung: 8. Jan 2008