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Dschenin

Operation Schutzwall

Die Operation Schutzwall der israelischen Streitkräfte richtete sich gegen die Infrastruktur des Terrors im sog. Westjordanland. Im April 2002 beherrschten Bilder und von Menschenrechtsorganistionen weiter­gegebene Augenzeugenberichte die Medien, welche suggerierten, dass die Armee den etwa 15.000 Einwohner zählenden Ort dem Erboden gleichgemacht habe und dabei entsetzliche Massaker verübt habe:

Presse-Menschenrechtler

Süddeutsche Zeitung vom 19. April 2002: Im palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin -- Amnesty: Israel verübte Massaker -- Menschenrechtler sprechen von willkürlichen Erschießungen [ein Ausszug:]

Jerusalem - Mehrere Menschenrechts-Organisationen haben der israelischen Armee vorgeworfen, im palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin ein Massaker verübt zu haben. Vertreter von Amnesty Inter­national, LAW (Recht) und Adala (Gerechtigkeit) erklärten in Jerusalem, viele voneinander unabhängige Zeugen hätten von willkürlichen Erschießungen und der Zerstörung zahlreicher Häuser berichtet. LAW ist eine palästinensische Menschenrechtsorganisation aus Ramallah, Adala ist eine Nicht- Regierungs­organisation aus Haifa. Die drei Gruppen forderten die internationale Gemeinschaft auf, unabhängige Beobachter nach Dschenin zu schicken. ...

Aus den Aussagen der Lagerbewohner könne man schließen, dass mindestens 300 Menschen, zumeist Zivilisten, willkürlich erschossen worden seien, berichteten die Menschenrechts-Gruppen. Derzeit könne man davon ausgehen, dass mindestens 8000 Menschen aus dem Lager und aus der Stadt als vermisst gelten. Die drei Organisationen warfen der internationalen Gemeinschaft vor, nicht versucht zu haben, das Massaker zu verhindern.

Nahost-Vermittler

Terje Roed-Larsen, als Nahost-Vermittler die rechte Hand von Kofi Annan, steht lt. SZ vom 20.April in Jenin 'vor den Trümmern seines Lebenswerks', die 'Zerstörung und der Geruch verwesender Leichen in Dschenin seien entsetzlich und überstiegen das Verständnis'.

Unter der Überschrift: Apathie in der Mondlandschaft -- Nach dem Abzug der Israelis aus Dschenin können die Menschen die Zerstörung ihrer Stadt noch nicht fassen, zieht ein ein Korrespondent in der SZ vom 22. April folgendes Fazit:

Teile des Lagers gleichen einer Kraterlandschaft. Es ist, als ob ein Erdbeben und ein Luftangriff zugleich die Menschen heimgesucht hätten. ...Jeder hier, den man fragt, weiß eine erschütternde Geschichte zu erzählen: Wie Israelis „wahllos“ auf Zivilisten und Kämpfer geschossen, wie sie junge Leute an die Wand gestellt und exekutiert hätten.

Die Kirchen

Auch Vertreter der Kirchen schlossen sich der Kritik an dem Vorgehen der israelischen Armee an. ...

Die israelische Armee

Die Erklärungen seitens der israelischen Armee (Arutz Sheva 09. April), dass die Soldaten sich von Haus zu Haus vorarbeiteten, dass sie die Zivilisten zuvor aufforderten, das Haus zu verlassen, dass bewaffnete Kämpfer sie als Schutzschilde missbrauchten, dass viele Häuser vermint waren und 13 israelische Soldaten infolge ihres die Zivilbevölkerung schonenden Vorgehens in einer solchen Minenfalle ums Leben kamen, dass 13 Bombenfabriken entdeckt und zerstört wurden, das so und soviel bewaffnete Kämpfer von Hamas, Islamischer Jihad und Al Fatah getötet wurden, blieben bis jetzt unbeachtet.

Kritische Pressestimmen nach zwei Wochen

Nach zwei Wochen 'Massaker in Jenin' Schlagzeilen meldeten sich auch kritische Pressestimmen:

So stellte der Korrespondent der Washingten Post fest, dass es bisher keinerlei Beweise gibt für die Behauptungen von palästinensischen Gruppen und von Hilfsorganisationen gäbe, dass israelische Truppen in Dschenin Massaker verübt und Exekutionen durchgeführt hätten (Arutz Sheva 18. April).

Die Meinungsseite der Süddeutschen vom 25. April gibt zu bedenken:

... Der UN-Sondergesandte Terje Roed-Larsen bezeichnete nach einem Besuch des Flüchtlingslagers Dschenin die von der israelischen Armee angerichteten Zerstörungen als „unfassbar schrecklich“. Roed-Larsen hielt sich eine Stunde in jenem zerstörten Teil des Lagers auf, dessen Bilder weltweit ausgestrahlt werden und eine völlige Verwüstung des gesamten Lagers suggerieren. Der Gesandte hat einen Großteil des Lagers außer Acht gelassen, der nicht zerstört wurde.

Resümee

Nachdem Israel sich weigerte, eine zunächst von Kofi Annan zusammengestellte UN-Kommission zu akzeptieren und darauf bestand, dass dieser Militärexperten angehörten, kam schließlich die von dem früheren finnischen Präsidenten Ahtisaari geleitete Kommission zu Ergebnissen, welche die Angaben der israelischen Armee bestätigten:

UN: Kein Massaker im Flüchtlingslager Dschenin, SZ vom 02.August 2002:

New York (dpa) – Ein Expertenteam der Vereinten Nationen hat keine Bestätigung für den Vorwurf der Palästinenser gefunden, dass das israelische Militär ein Massaker im Flüchtlingslager Dschenin verübt hat. In dem Bericht heißt es, statt der von den Palästinensern angegebenen 500 Toten seien 52 Opfer zu beklagen. Die Hälfte davon waren Zivilisten. (Seite 7)

Das israelische Fernsehen veröffentlichte zudem Dokumente, die bei den Hausdurchsuchungen in Ramallah konfisziert worden waren und die offenbar eine Verwicklung Arafats in die Selbstmordanschläge belegen. ...

Man bedenke, dass der Weg von massiver, mit Bildern unterlegter Lüge bis zur Wahrheitsfindung drei Monate gedauert hat. Es ist zu bezweifeln, dass letztere das Bewusstsein der Menschen erreicht hat. Luftaufnahmen von Jenin, die ein Areal von 100m x 100m als Ort des militärischen Einsatzes auswiesen, wurden den Medien seitens Israel zur Verfügung gestellt, landeten aber wohl meist in den Archiven.

Eines ist sicher: Hätte Israel die ursprüngliche UN-Kommission unter Inkaufnahme hämischer Kommentare nicht zurückgewiesen, so würden sich heute noch viele an 'Massengräber mit Hunderten von den Israelis verscharrten Massakeropfern erinnern'. Israel hat Belege dafür, dass es in Erwartung dieser 'unabhängigen' UN-Kommission zur Umbettung von Toten und zu Scheinbeerdigungen kam.



© 2007 DIG Muenchen - Letzte Änderung: 8. Jan 2008