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Mohammed al-Dura

Drei Kugeln und ein totes Kind

Esther Schapira, Journalistin beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt, ging in ihrem Film der Frage nach, was sich am 30. Sept. 2000 - zwei Tage nach Beginn der Al-Aqsa-Intifada - an der Straßenkreuzung Netzarim in Gaza abspielte, als Mohammed al-Dura - seitdem bekannt als Symbol für die Intifada - erschossen wurde. Mehrere hundert Palästinenser hatten hier - am Zugang zu einer jüdischen Siedlung - den israelischen Militärstützpunkt angegriffen. Ein Sturm der Entrüstung bis hin zu Drohungen gegen die Autorin entbrannte, als durch den Film deutlich wurde, dass Mohammed nicht von israelischen Scharfschützen, sondern auch von palästinensischen Kugeln tödlich getroffen worden sein könnte. ...

Viele Fragen bleiben offen, doch eines scheint ohne Zweifel: Die Frage nach der Schuld kann nicht eindeutig beantwortet werden. Während die Palästinenser von Anfang an bemüht waren, die Israelis unzweifelhaft als Täter hinzustellen und keinerlei Bereitschaft zeigten, Beweismaterial zu sichern oder gar eine Untersuchung anzuregen, ordnete das israelische Militär eine solche an, die aber leider auf die Armee begrenzt blieb. Auch hier passierten Fehler: Der Untersuchungsbeauftragte - selbst von Anfang an von der Unschuld der Israelis überzeugt - war befangen und beschloss, den Checkpoint Netzarim, Ort des Geschehens, zu sprengen, nach eigener Aussage, um die immer wieder entbrennenden gewalttätigen Auseinandersetzungen zu stoppen. Dabei wurde versäumt, wichtige Spuren an dem Fass zu sichern, hinter dem Mohammed und sein Vater Schutz gesucht hatten. Entscheidende Fragen für sie waren, ob die Schüsse überhaupt von israelischen MIG 16 stammen könnten, der Schusswinkel nicht größer war als aus der Stellung der Scharfschützen möglich und ob Mohammend und sein Vater hinter dem Faß überhaupt gesehen worden sein könnten. Dabei wurde versäumt, auch die von Palästinensern eingesetzten russischen Kalaschnikows zu verwenden, um die Einschusslöcher auf Mauer und Fass vergleichen zu können. Tatsache ist, dass der hohe Stein auf dem Fass später durch einen flacheren ausgetauscht worden war. Wahrscheinlich klingt auch, dass die beiden durch Streubomben, verursacht durch Schüsse von dem Twin-Gebäude gegenüber, wo sich Palästinenser aufhielten, getroffen worden sein könnten. Dafür spräche auch der aufgewirbelte Staub. Tatsächlich wurden dem Vater von Mohammed - wie er seinem israelischen Freund später erzählte - in Gaza und Jordanien insgesamt 9 Geschosse entfernt, doch niemand machte sich die Mühe, die Herkunft der Kugeln zu untersuchen. Die von Israel angebotene Versorgung in einem israelischen Krankenhaus wurde abgelehnt. Was noch schlimmer wiegt: Mit dem Geld des palästinensischen Erziehungsministeriums (unterstützt auch mit EU-Geldern) wurde ein Video produziert, in dem Mohammed al Dura als Vorbild für alle "Shahids" (Märtyrer) hingestellt wird und ein fiktiver Selbstmordaufruf von ihm zitiert wird. Der Vater reiste als Referent zu verschiedenen internationalen Konferenzen, u.a. zu der Anti-Rassismus-Konferenz in Durban, um Israel anzuprangern. Seine Mutter äußert in dem Film die Meinung, Gott habe Mohammed bewußt an diesen Ort geführt, damit er bald ins Paradies aufsteigen könne.

Tatsache ist auch, dass der Kameramann Talal Abu Rachme 45 Minuten der gewalttätigen Auseinandersetzungen, davon 6 Minuten Kugelhagel, gefilmt hat, von seinem Auftraggeber Radio France 2 aber nur wenige Sekunden gesendet wurden. Das Bild des auf Mohammed und seinen Vater zielenden israelischen Soldaten stammt nachweislich aus einem ganz anderen Zusammenhang. Charles Enderlin, der Chef von Radio France 2, verweigert bis heute die Herausgabe des vollständigen Videobandes, um die Situation rekonstruieren zu können, und weist alle Vorwürfe zurück, droht sogar mit einer Verleumdungsklage (http://www.digberlin.de/SEITE/berichte2.php am 02.06.2004 abgerufen).



Der Film von Esther Shapira wurde am 18.März 2002 in der ARD gezeigt:"Drei Kugeln und ein totes Kind".. Die hasserfüllten Reaktionen nach der Ausstrahlung und die weiteren Recherchen, die Anzeichen für Zensur, politisches Verschleiern und Vertuschen ergaben, schildert Esther Schapira in einem von der Frankfurter Rundschau dokumentierten Beitrag (http://www.fr-aktuell.de/uebersicht/alle_dossiers/politik_ausland/­der_nahost_konflikt/?cnt=23722&) . Der Text ist Teil des Buchs "Ich würde mich auch wehren..." Antisemitismus und Israel-Kritik, (Hg. Tobias Kaufmann/Manja Orlowski), Verlag Weber, Potsdam 2002, ISBN: 3-936130-04-3.

Palästinenser, nicht Israelis, erschossen den 12-jährigen Jungen

(Auswertung von Arutz-7 Berichten am 16nov2000. Eine Dokumentation auf der Grundlage einer Videoaufzeichnung kann folgender Webseite entnommen werden: www.geocities.com/rachav/netzarim.hmtl)

Eine Untersuchung und ein Nachstellen der Ereignisse durch die israelische Armee scheinen überzeugend zu zeigen, dass Muhammad al-Dura, der 12-jährige Junge aus Gaza, nicht durch israelische Soldaten erschossen wurde, sondern das Opfer eines grausamen Komplotts palästinensischer Scharfschützen und eines Fernsehkameramanns wurde. Das fragliche Ereignis fand am 6. Oktober statt, als der Junge und sein Vater am Schauplatz einer größeren Schießerei zwischen palästinensischen Heckenschützen und israelischen Soldaten vorbei gingen. Der ehemalige Scharfschütze der israelischen Armee Josef Doriel, der die Nachstellung initiiert hatte, sagte, dass er mehrere Gründe für die Annahme hat, dass es nicht die Israelis waren, die den Jungen erschossen. "Zum einen versteckten sich der Junge und sein Vater hinter und links von einem Fass, das zwischen ihnen und den israelischen Truppen war", sagte er Arutz Sheva. "Auf dem Videoband sieht man vier saubere Einschusslöcher neben ihnen. Diese stammen nicht von israelischen Schüssen - es sind "saubere" und runde Löcher, nicht jedoch Streifschüsse, wie sie aufgrund des 30°-Schusswinkel der Israelis entstanden wären, sondern von den Palästinensern (die direkt gegenüber dem Vater und dem Sohn positioniert waren), die damit sicherstellten, dass die beiden dort blieben. Plötzlich siehst du, wie der Junge sich in den Schoß seines Vaters legt, und ein weiteres Einschussloch direkt hinter ihm. Es konnte wiederum nicht von der israelischen Position gekommen sein, die hinter der Tonne und seitlich war, sondern nur von der palästinensischen Position, die viel direkter gegenüber dem Vater und dem Sohn war. Dies war das Geschoss, das durch seinen Magen ging und an seinem Rücken wieder herauskam. Im Video kann man in diesem Moment die Schüsse hören – aber die israelische Position war weit weg! Tatsächlich, was passiert ist, ist, dass ein Palästinenser sehr nahe zu dem Fotografen vorgerückt ist und den tödlichen Schuss abgegeben hat. Man kann auch erkennen, dass in dem Moment, als der tödliche Schuss abgegeben wurde, der Fotograf plötzlich "wackelte" und das Bild verschwommen wurde - ein Zeichen, dass der Schuss nahe bei ihm abgegeben wurde." Doriel und ein weiterer Physiker, Nachum Schachaf, schlugen vor, dass der Kommandant des Süddistrikts Jom Tow Samijeh eine Nachstellung des gesamten Ereignisses, unter Nutzung der Tonne und lebensgroßen Puppen, überwachen soll. Doriel stellte folgende Schlussfolgerung auf: "Die palästinensischen Truppen inszenierten das Ereignis. Die Israelis schossen, sicherlich - aber der tödliche Schuss kam nicht von ihnen, sondern von der palästinensischen Position gegenüber des Jungen und hinter dem Kameramann." (Arutz Sheva)



© 2007 DIG Muenchen - Letzte Änderung: 8. Jan 2008