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ISLAMISCHER FRIEDE

Die Frage

Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Israel am 26. März 1979 wandte sich Präsident Anwar el Sadat an die altehrwürdige und berühmte Stätte islamischen Wissens, die islamische Universität Al-Azhar in Kairo, mit der Frage, ob Ägypten nach Auffassung der islamischen Gelehrten das Recht hätte, mit Israel Frieden zu schließen. Am 9. Mai 1979 veröffentlichte die Al-Azhar-Universität eine bemerkenswerte Erklärung folgenden Inhalts:

Die Antwort

"Ein islamisches Land, das eine Kampf-Front des Islam darstellt, hat das Recht Verträge mit dem Feind zu schliessen. Der Prophet (Mohammed) selbst hat die Bedingungen festgelegt, unter denen man Verhand­lungen führen könne. - Man habe das Recht, Frieden zu schliessen, sofern es im Interesse des Islam wäre, entsprechend dem Präzedenzfall des Friedens von Hodaibiyah, den der Prophet schloss."

Der Friede von Hodaibiyah

Diesen Frieden schloss Mohammed im Jahre 628 mit der Stadt Mekka nach einer Reihe von Kriegen, die ohne klare Entscheidung ausgegangen waren. Der Friedensvertrag war für mindestens vier bis sechs Jahre gültig. - Nach nur zwei Jahren, im Jahr 630, brach Mohammed den Frieden und eroberte die Stadt Mekka.

Die islamische Rechtsprechung rechtfertigt den Bruch dieses Friedensvertrages mit folgender Über­legung: Die Muslime haben nicht das Recht, den Heiligen Krieg nicht wieder aufzunehmen, wenn sie die nötige Kraft wiedergewonnen haben, ihn zu einem siegreichen Ende zu führen!

Quelle: Judenchristliche Gemeinde, Patmos-Verlag, November 1993

ISLAMISCHE TOLERANZ

Toleranz gegenüber Juden

Seit den Tagen des Auftritts Mohammeds bis zur Gründung des Staates Israel erlitten Juden unter dem Islam Überfalle, Plünderungen, Massaker, Zwangskonversionen oder Ausweisungen. Dazwi­schen gab es lichte Perioden relativer Toleranz und zeitweisen Wohlstands, ähnlich wie in der Ge­schichte der Juden unter dem Christentum. Die antijüdischen Gesetze des Islam haben auffallende Ähnlichkeit mit denen des mittelalterlichen christ­lichen Europa. Juden mussten kennzeichnende Kleidung tragen. Juden durften kein Pferd reiten oder Waffen zur Verteidigung besitzen. Juden waren aus verschiedenen Berufen ausgeschlossen. Juden mußten besondere Steuern (Dschisja- oder UngläubigenTribut) zahlen. Juden durften nur in begrenzten Gebieten wohnen und es wurden ihnen Einschränkungen in der Ausübung ihres Glaubens auferlegt. Übertretung irgend eines der islamischen Gesetze bedeutete gewöhnlich die Todesstrafe.

Nach islamischer Lehre soll der Jude oder der Christ, der unter dem Islam lebt, toleriert, aber zum Status zweiter Klasse verwiesen werden. Er gilt als ungläubiger Fremdling, als sogenannter Dhimmi. In der Tat ist der Nichtmoslem nicht nur der Laune des Herrschers, sondern auch seines islamischen Nachbarn unterworfen. Dies ist immer noch ein fundamentaler religiöser Grundsatz des Islam, trotz der unglaublichen Verneinung durch einige Ökumenisten. ....

Was die Juden unter dem Islam erlebten, auszugsweise [seit dem Mittelalter bis in die Neuzeit]:

1033: In Fes (heute Marokko) 6000 Juden massakriert.

1066: Im damals islamischen Spanien wurden über 5000 Juden in der Stadt Granada durch Araber ermordet.

1080: Die Juden aus Rafah bei Gaza ausgewiesen.

1145: Die Juden in Tunis vor die Wahl gestellt: Übertreten zum Islam oder Ausweisung.

1232: Die Juden in Marrakesch wurden massakriert.

1333: Die Synagogen in Bagdad wurden zerstört.

1588: Die Juden Libyens wurden zum Übertritt zum Islam gezwungen.


Zwangskonvertierung, Gettoisierung, ungerech­te Besteuerung, Plünderungen, Massaker und Aus­weisungen wurden im Mittelalter in der gesamten islamischen Welt gegen Juden verübt.

War es in der modernen Zeit anders?

1785 wurden Hunderte von Juden von Ali Gurzi Pascha in Libyen ermordet.

1805: In Algerien 40 Juden umgebracht.

1864: Die jüdische Gemeinde in Dscherba geplündert, Synagoge niedergebrannt, die Frauen vergewaltigt.

1890: Das jüdische Wohnviertel von Sefru, Marokko, geplündert, 54 Juden getötet.

1897: Die Synagogen in Tripolitanien wurden geplündert und viele Juden getötet.

In unserem Jahrhundert war es nicht anders.

1903: In Tasa, Marokko, 40 Juden durch Volksauf­hetzung getötet.

1905: In Jemen die Juden aus Berufen ausgeschlos­sen, die man als islamische Gewerbe erklärte.

1907: In Casablanca 30 Juden getötet, 200 Frauen und Kinder verschleppt, vergewaltigt, dann gegen Lösegeld freigegeben.

1912: In Fes 60 Juden ermordet.

1933: In Mosul, Irak, 20 Juden ermordet.

1934: In Constantine, Algerien, 25 Juden ermordet.

1941: In Bagdad durch Überfälle 175 Juden ermordet, 1000 verwundet, 900 jüdische Häuser zerstört.

1945: In Ägypten Synagogen zerstört, 10 Juden dabei ermordet.

1945: In Libyen über 100 Juden ermordet.

1947: In Aden antijüdischer Aufruhr, 82 Juden getötet, 106 von 170 jüdischen Geschäften geplündert, 4 Synagogen zerstört.

1948: In Kairo im Juni und Juli 50 Juden durch Gräuel­taten und im September 20 durch eine Bombe getötet.

1949: In Damaskus tötete eine Bombe 12 Juden während des Sabbatgottesdienstes in der Synagoge.



Die wiederholten islamischen Greuel im Mittelalter waren nicht weniger vernichtend als die Kreuzzüge gegen die Juden in Europa. Den Pogromen in Osteuropa und der Kristallnacht der Nazis wurde faktisch in jeder größeren arabischen Stadt nachgeeifert. Und als 1948 der Angriffskrieg gegen Israel gestartet wurde, sollte dieser ihre geplante Version der „Endlösung“ sein.

Die Liste ist sehr gekürzt. Man beachte auch, daß alle Verfolgungen gegen Zivilisten schon vor 1967 geschahen, bevor Israel Judäa, Samaria, Gaza und den Golan erobert hatte und das Land ein Streitobjekt wurde. Es ist eine religiöse Feindschaft und die Feindseligkeiten bestehen nicht seit hundert Jahren, wie Schimon Peres irrtümlich behauptete.

Im Jahre 1945 lebten 870 000 Juden in arabischen Ländern. Durch die Verfolgungen flüchteten 580 000 derselben mittellos nach Israel, als der Staat gegründet war. Mehr als 200 000 Juden flohen aus den arabischen Ländern Nordafrikas nach Europa. Die Zahl der jüdischen Flüchtlinge war größer als ursprüng­lich die der arabischen. Die jüdischen Flüchtlinge wurden von Israel eingegliedert, was eine enorme finanzielle Belastung war. Dagegen wurden die arabischen Palästinenser von den Araberstaaten und der UNO absichtlich in Lagern gehalten. Ihre Zahl ist inzwischen durch natürliche Vermehrung gewachsen.

Unverändert sind die fundamentalen Praktiken des Islam. Der Koran mit seinen Aufforderungen zur Unterdrückung von Juden und Christen ist nicht durch eine neue „Offenbarung“ revidiert worden. Wer es bezweifelt, daß die koranischen Suren oder islamischen Hadithen, die zum Töten der Juden drängen, wörtlich zu nehmen sind, braucht nur die Charta der palästinensischen Terroristenorganisation Hamas lesen. Es sei denn, daß der Islam sich ändert, wird Frieden im Nahen Osten niemals verwirklicht werden.

Giftiger Antisemitismus beharrt in der islamischen Welt. Die grellste Form von Propaganda gegen Juden wird in großen Mengen von den arabischen Regierungen verbreitet. Über 60 Ausgaben der „Protokolle der Weisen Zions“ sind in arabischen Ländern publiziert worden. Diese antisemitische Hetzschrift wurde schon vor Jahr­zehnten in europäischen Gerichtshöfen als Fälschung entlarvt. Nur die primitivsten Juden­hasser hausieren noch mit solchem Schund. In Saudiarabien wird jedoch seit Jahren von der Regierung jedem besuchenden ausländischen Würdenträger eine besonders gedruckte Ausgabe davon überreicht. Und in den Buchläden in Kairo und andern arabischen Weltstädten gehört diese antisemitische Fälschung zu den Bestsellern.

Unlängst schrieb der syrische Verteidigungs­minister Mustafa al Tlass ein Buch, in dem er die Juden des Ritualmordes beschuldigt. (Derselbe syrische Mann sagte am 7.3.1990 während einer Sendung im TV Damaskus: “Bei dem Konflikt zwischen der arabischen Nation und dem Zionis­mus geht es um Existenz, nicht um Grenzen!“)

Ein islamischer Kleriker in Ägypten predigt heute, daß die Juden den AIDS-Virus geschaffen haben, um die Araber zu vernichten. Das kommt dem gleich, was im Mittelalter christliche Anti­semiten sagten, um das Töten von Juden zu rechtfertigen, indem sie behaupteten, die Juden vergifteten die Brunnen und verbreiteten Krank­heiten. Hitleristischer, rassistischer Judenhaß und mittelalterlicher Antisemitismus gedeihen in allen arabischen Ländern.

Die Verhandlungen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn übertünchen die wahre Ursache der arabischen Feindseligkeit, die einfach Haß gegen die Juden ist.

Quelle: 'Frieden in unserer Zeit?'(Auszug), Haschiwah-Die Rückkehr Nr. 4/1993, von Gabriel A. Goldberg, M.A.

Rückgang der christlichen Bevölkerung

In den von Jassir Arafat kontrollierten PA-Gebieten ist die christliche Bevölkerung von 20% auf weniger als 2,5%, alles in allem auf 50.000 christliche Araber gesunken. 1948 war Bethlehem zu 80% christlich, heute ist es zu 80% moslemisch.

Der arabisch-christliche Journalist Joseph Farah schreibt: "Viele von ihnen ziehen das Leben in Israel dem unter der Herrschaft Arafats und seiner Freunde in der Hamas und dem Islamischen Dschihad vor ... Diese massive Darstellung ethnischer Säuberung und Bevölkerungsbewegung ist von der Palästinensischen Autonomiebehörde total verschleiert und von den internationalen Medien vertuscht worden. Schlimmer noch: sie wurde Israel angelastet ...

Christen im Nahen Osten wissen sehr gut, wer ihr Feind ist ... Sie wissen, wer sie besetzt. Und es ist nicht Israel ...

Zwei Millionen Christen sind in den letzten 20 Jahren aus dem Nahen Osten geflohen ...

Sie werden fort getrieben. Sie werden ermordet. Sie werden vergewaltigt. Sie werden systematisch verfolgt. Sie werden belästigt. Sie werden einge­schüchtert ... Man stelle sich nur einmal vor, wie es sein wird, wenn Palästina ein richtiger Staat wird? Wenn diese Leute vor israelischer Unterdrückung fliehen würden, warum gingen sie dann weg, nachdem die Israelis gingen? [Betonungen hinzugefügt, Red.]

Die Wahrheit ist, dass die christliche Bevölkerung in Israel sich seit 1948 mehr als vervierfacht hat. Warum? Weil Israel Religions­freiheit garantiert — während die Palästinensische Autonomiebehörde eine offizielle Religion bietet, den Islam ... Es ist Zeit ... den Mini-Holocaust zu erkennen, der an den Christen des Nahen Ostens verübt wird.“ (Jewish Press, 07.01 .04.)

Quelle: 'Von Freunden, Zäunen und Fanatismus' (Auszug), Haschiwah-Die Rückkehr, Nr.1, 2004

s.a. Info PA-Christen-Chronik

Von Kindesbeinen an: Dschihad

Professor Bassam Tibi von der Universität Göttingen betonte nach dem Anschlag des 11. September: "Das Wort ‚Frieden‘ ... beinhaltet für einen Moslem die Erweiterung des Dar al-Islam - oder 'Haus des Islam' - auf die ganze Welt. Ganz anders dagegen ist das Konzept der Zeit der Aufklärung vom ewigem Frieden, der das Denken der westlichen Welt bestimmt.“ In anderen Worten, die Welt muß zu einem Haus des Islam werden, um zu einem Haus des Friedens werden zu können. Kurz: Es vergehe der Westen!

Für Israel, welches an der Frontlinie dieses Krieges steht, ist die Frage des Überlebens Realität. Die Basen für ein Dutzend antiisraelischer, terroristischer Organisationen sind im Libanon und in Syrien zu finden. Die Sturmgewehre und Raketen der Terroristen kommen vom Iran und Irak. Finanzierung des Terrorismus in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar kommt von Saudi-Arabien, dem Iran und Dutzenden von moslemischen Ländern und Gemeinschaften weltweit.

Fundamentallstische, palästinensische Indok-trinierung ... beginnt schon zeitig in der Schule, aber nicht nur in den von der UNO getragenen Schulen ... Man beachte die Bastion der moslemischen Mäßigung, Saudi-Arabien: In Schulbüchern der 8. Klasse wird erklärt, dass Juden und Christen gesündigt haben, indem sie den Polytheismus akzeptierten und damit den Zorn Allahs herauf­beschworen haben. Um sie dafür zu bestrafen, hat Allah sie in Menschenaffen und Schweine verwan­delt [übersetzt vom Forschungsinstitut für Medien des Mittleren Ostens]. Oder in einem Buch der 9. Klasse:„ Es ist Allahs Weisheit, dass der Kampf zwischen Moslems und Juden bis zum Tag des Gerichts weitergeführt wird. Der Hadith [mosle­mische Richtlinie der Traditionen] bringt die frohe Kunde über den endgültigen Sieg ,,der Moslems über die Juden mit Allahs Hilfe. ... Die Juden und die Christen sind die Feinde der Gläubigen.“

In einem Hadith lesen Achtklässler über den Begleiter des Propheten Mohammed, der ihn fragte: „Welches Werk gefällt Allah am besten? Der Prophet antwortete: Gebete zu den vorgeschrie­benen Zeiten. Dann fragte er: Was kommt dann? Der Prophet antwortete: Liebe deine Eltern. Danach fragte er: Was noch? Der Prophet antwortete: Dschihad [Heiliger Krieg oder Kampf – Red.] um Allahs willen.“ Es ist immer das gleiche Thema, das im ganzen Schuljahr ständig wiederholt wird. Da ist es kein Wunder, dass 15 der 19 Täter der 11. September 2001-Anschläge auf New Work und Washington, die seit ihrer Kindheit über das Übel der nicht-islamischen Ungläubigen unterrichtet wurden, aus Saudiarabien kamen.

Das online-Magazin 'Ayn-Al-Yaqeen' der saudi­schen Königsfamilie berichtete letztes Jahr über die erfolgreichen Bemühungen, den Islam in der gan­zen Welt zu verbreiten: „Der Aufwand der Bemü­hungen König Fahds ... waren viele Milliarden von saudischen Rijals [1 US$ = 3,75 Rijals]... Das Resultat sind 210 Islam-Zentren ... 1500 Moscheen, 202 Hochschulen und fast 2000 Schulen für mosle­mische Kinder, die nicht-islamischen Ländern in Europa, Nord- und Südamerika, Australien und Asien aufwachsen ... Die Saudis haben Schulen gegründet in u.a. den USA, Kanada, Großbri­tannien, Frankreich, Russland, Deutschland, der Schweiz, Australien, Belgien, Neuseeland, Spanien, Österreich, Schottland, Italien, Kroatien, Bosnien, Ungarn, Afghanistan, Pakistan, Ägypten, den PA-Gebieten, Jordanien, Libanon, Jemen, Japan, Indo­nesien, Südkorea, Thailand, Malaysia, Bangladesch, Burundi, Fidschi, Aserbaidschan, Kurdistan, Alge­rien, Nigeria, Tschad, Kenia, Kamerun, Senegal, Uganda, Mali, Somalia, Sudan, Brasilien, Eritrea und Dschibuti.“

Die Botschaft an die Schüler dieser Schulen ist von Scheich Majed 'Abd Al-Rahman Al-Firian' bei seiner Rede in der Bin Mukiran-Moschee in Rijadh zusammengefasst: „Moslems müssen ... ihre Kinder zum Dschihad erziehen ... und zum Hass gegen die Juden, die Christen und andere Ungläubige; Kindererziehung zum Dschihad und die Wieder­belebung der Funken zum Dschihad in deren Seele. Das ist es, was wir jetzt brauchen.“

Quelle: 'Was die Kinder betrifft' – Das Angesicht des Islam,(Auszug), Haschiwa- Die Rückkehr Nr. 1, 2003, von David B. Goldberg

PALÄSTINENSISCHER FRIEDE

Arafat in einem Interview mit der sowjetischen Zeitschrift "Neue Zeit", lt. Al Anwar, 13. 8. 1974 (nach dem Jom Kipur Krieg):

"Wir haben vor langer Zeit das Schlagwort geprägt von der Errichtung eines unabhängigen demokratischen Staates auf dem ganzen Gebiet von Palästina. Auf Grund der gegenwärtigen Situation in unserem Kampf um die neuen im Nahen Osten herrschenden Bedingungen haben wir uns ent­schlossen, in jedem Teilgebiet nach dessen Befreiung von den Besatzern eine unabhängige palästinensische Herrschaft zu errichten."
Das entspricht genau dem, was Arafats designierter Außenminister Farouk Kadoumi, im Jahr 1977 als Mäßigung definiert:

"In der Vergangenheit lehnten wir es ab (einen Staat auf einem Teil des Territoriums zu errichten) ... Wir sind nun damit einverstanden, unser Ziel stufen­weise anzustreben. Das bedeutet für uns Mässigung."

Hodaibiyah – ein „minderwertiger“ Friedensvertrag

. . .“Schon am 13.September 1993, dem Tag der Unterzeichnung des Abkommens auf dem Rasen des Weißen Hauses gab es in Arafats Rede An­zeichen, dass diese Deklaration nicht das Ende des Konflikts bezeichnen würde... „Palästina“ blieb auf der Landkarte das Palästina der Mandatszeit vor 1948 ...

Bei verschiedenen Gelegenheiten sprach Arafat weiterhin die Sprache des “Jihad“. Am 15. Juni 1995 (auf dem Höhepunkt des Oslo-Prozesses) würdigte er in einer Laudatio unter anderen zwei Terroristinnen und nannte die Steine werfenden Kindern „Palästinensischen Generäle.“... Besonders schwerwiegend ist in diesem Zusammenhang Arafat's wiederholte Erwähnung des Vertrages von Hodaibiyah (s.o.)... Den ersten bekanntgewordenen Hinweis auf diesen Vertrag machte Arafat kurz nach der Unterzeichnung des Interimabkommens in einer „Jihad“ Rede in der Moschee in Johannesburg
(diese wurde von der dortigen jüdischen Gemeinde registriert und im May 1994 vom israelischen Rundfunk ausgestrahlt)... Der Hinweis auf den Vertrag von Hodaibiyah tauchte erneut in einem Interview des ägyptischen Orbit Fernsehens am 18. April 1998 auf). Im folgenden ein Auszug:

Frage: Warum bitten Sie manchmal darum, dass die Straßen Palästinas ruhig bleiben?

Arafat: Als der Prophet Mohammed den Hodaibiyah-Vertrag unterzeichnete, war er damit einverstanden, dies ohne seinen Titel „Verkündiger Allahs“ zu tun. Omar bin Khatib [der zweite Kalif] und andere bezogen sich auf diesen Vertrag als „einen minderwertigen Friedensvertrag.“ Natürlich vergleiche ich mich nicht mit dem Propheten, aber ich meine, dass wir von seinem Vorgehen und von dem Saladins lernen sollten. Der Friedensvertrag, den wir unterzeichnet haben, ist ein „minder­wertiger Frieden“ unter den Bedingungen der Intifada, die sieben Jahre andauert.

Frage: Aus praktischen Erwägungen raten Sie nun, trotz allem ruhig zu bleiben?

Arafat: Ja, ich rate dazu, ruhig zu bleiben. Wir respektieren Verträge nach der Art und Weise, nach der Mohammed und Saladin die von ihnen unterzeichneten Verträge respektiert haben.

Frage: Ist Arafat noch derselbe revolutionäre Kämpfer geblieben? Ist er in der Lage, die Strassen nötigenfalls zu übernehmen?

Arafat: Diese Nation von Giganten hat (inzwischen) 100 000 Arafats hervorgebracht. Wir sind eine Nation von Giganten, die seit 101 Jahren mit dem Weltzionismus kämpft, und wir sind in der Lage, mit allem wieder zu beginnen. Ich sage das nicht im Namen Arafats sondern im Namen der neuen Generäle... Alle Optionen liegen offen vor dem palästinensischen Volk.

Frage: Erlaubt es Ihnen Ihre Position, ohne Unterbrechung zu arbeiten, so wie Sie es wollen?

Arafat: Ohne Zweifel. Ich möchte auch noch sagen, dass ich die Märtyrer beneide und ich hoffe, einer von ihnen zu werden, obwohl ich bis jetzt dazu bestimmt bin, am Leben zu bleiben.


In einer (auf Video dokumentierten) Rede erklärte der Minister für Planung und Internationale Zusammen­arbeit der Palästinensischen Autonomiebehörde, Nabil Sha‘ath, die (politische) Strategie auf einem Forum in Nablus im Januar 1996, zu einer Zeit, als es mit den Verhandlungen vorwärts ging. Was er sagte, erschien damals unverständlich, nicht aber im Rückblick:

„Wir haben uns entschieden, unser Land Schritt für Schritt zu befreien... Solange Israel (mit Verhandlungen) weitermacht – kein Problem. Und wir werden die Friedensverhandlungen mit Einstellung der Gewalt respektieren... und wenn Israel sagt „genug“... so will das heißen, dass wir zur Gewalt zurückkehren. Aber dann werden wir 30 000 bewaffnete palästinensische Soldaten haben und in einem Land mit teilweiser Freiheit... Wenn wir nicht weiterkommen, werden wir zum Krieg zurückkehren und kämpfen, wie vor vierzig Jahren“

Arutz Sheva, 27.04 und 21. 05. 1998

Auch für den gemäßigt geltenden Feisal Husseini,

der zu Lebzeiten im Orienthaus westliche Diplo­maten empfing, war der Friedensprozess zu einer Zeit großer Erwartungen ein Täuschungsmanöver.

In einer Rede im April 2001 sagte Husseini in Beirut: „Es besteht ein Unterschied zwischen dem strate­gischen Ziel des palästinensischen Volkes, das nicht bereit ist, eine Krume palästinensischen Bodens aufzugeben und dem politischen Bemühen, bei dem es um das Gleichgewicht der Kräfte geht... Wir mögen verlieren oder gewinnen, jedoch unsere Augen werden ständig das strategische Ziel anvisieren, nämlich Palästina vom Fluss [Jordan] bis ans Meer...“ Auf seinem Weg nach Kuwait im vergangenen Monat Mai, wo er einem Herzinfarkt erlag, gab Husseini ein Interview - welches sein letztes sein sollte, in dem er der ägyptischen Tageszeitung „Al-Arabi“ erklärte:

„Die griechische Armee war nicht in der Lage Troja einzunehmen... [Nach dem vorgetäuschten Abzug der Griechen] stiegen die Trojaner auf die Mauern ihrer Stadt und fanden ein von den griechischen Truppen zurückgelassenes, riesiges hölzernes Pferd vor. Sie jubelten und feierten, weil sie dachten, das Heer der Griechen hätte sich zerstreut und sie betrachteten das hölzerne Pferd als Kriegsbeute. Sie öffneten die Stadttore und brachten das hölzerne Pferd hinein. Wir alle wissen, was dann geschah... „Dachten nicht die USA und Israel, vor Oslo, es sei von der Palästinensischen Nationalen Bewegung und von der Pan-Arabischen Bewegung nichts übrig geblieben als ein hölzernes Pferd namens Arafat oder PLO ? - sonst hätten sie doch nicht ihre befestigten Tore geöffnet und sie hineingelassen..“

Auch arabische Staaten wollen sich letztlich nicht mit Israel abfinden

So erklärte der Aussenminister Syriens, Farouk el-Shara (vor der Al Aksa Intifada):

„Die Rückeroberung von ganz Palästina ist ein Ziel auf lange Sicht, das nicht in der ersten Stufe erreicht werden kann. Die erste Stufe ist die Rückgabe der besetzten Gebiete“ und bestätigte damit den oben unter dem Begriff 'Mäßigung' dargestellten, so genannten Stufenplan Kadoumi's.

Eine als Arafat-treu bekannte palästinensische Tageszeitung zitierte am 27. August 2000 einen libanesischen Delegierten auf der Weltkonferenz über Jerusalem in Amman:

„Die Verhandlungen werden keinen Frieden bringen, solange es eine Besatzung gibt. Damit meinen wir die Besetzung palästinensischen Bodens vom Mittelmeer bis zum Jordan, vom Golf von Aqaba bis nach Galiläa und Tiberias.“

Aus Arutz Sheva, 24. August 2001

Förderung des Terrors trotz Friedensinitiativen?

Eine offizielle Quelle der Arabischen Liga übermittelte der ArabicNews.com Website, dass Länder aus der arabischen Liga mehr als 500 Millionen Dollar an den "J e r u s a l e m u n d I n t i f a d a "- F o n d der Liga überwiesen haben. Dieser Fond wurde im März 2000 auf einer Konferenz mit 400 Delegierten verschiedener Terrororganisationen in Beirut gegründet. Saudi-Arabien stellte mit 250 Mill. Dollar die Hälfte bereit, Kuwait folgte mit 150 Mill. Dollar an zweiter Stelle. Von den Vereinigten Arabischen Emiraten kamen 135 Mill. Dollar, 50 Mill. von Katar, 30 Mill. von Algerien, 10 Mill. vom Jemen, 7 Mill. von Syrien, 10 Mill. von Oman, 3 Mill. von Bahrain, 2 Mill. von Jordanien und eine halbe Million vom Sudan. Ägypten versprach, dieser Quelle zufolge 30 Mill. $, bezahlte aber bisher lediglich 20 Mill. $.

Aus Jerusalem Post, November(?) 2001

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Nahost-Friedensprozess-Historie-Palästina-Verträge_Stand ES 22.XI.2005

ViSdP: Deutsch-Israelische Gesellschaft-Arge München, Egon Schneider; D-81604 München, PF 800452

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© 2007 DIG Muenchen - Letzte Änderung: 8. Jan 2008