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BRENNPUNKT JERUSALEM

Gabriel A. Goldberg, M.A. (gekürzt und überarbeitet)

Der Begriff ,,arabisches Jerusalem” wurde nicht von den Arabern sondern von Journalisten kreiert, die zwischen den beiden Hälften der Stadt, die während des Krieges von 1948 zwischen Jordanien und Israel geteilt wurde, zu unterscheiden.

Als Israel 1967 die beiden Teile Jerusalems wiedervereinigte, blieben die Journalisten bei ihrer Benennung, weil dieser Teil 19 Jahre lang unter jordanischer Kontrolle war. Je mehr man vom ,,arabischen Jerusalem” sprach, desto mehr wurde das als historische Realität betrachtet. und es kam der Ölpolitik der westlichen Länder entgegen.

Ich möchte anhand der Historie und der demo­graphischen Chronik nachweisen, dass die Bezeich­nung ,,arabisches Jerusalem” unzutreffend ist, besonders dann, wenn sie dazu benutzt wird, die jüdische Präsenz im östlichen Teil Jerusalems als unberechtigt zu erklären oder die Stadt wieder zu teilen.

An dieser Stelle möchte ich einfügen, dass ich das Wort ,,Ost-Jerusalem” völlig ablehne, da es den Eindruck erweckt, dass es sich um eine gültige ,,juristische Person”, eine Ortsgemeinde, handelt, und das ist nicht der Fall. Ich werde hier aber der Kürze wegen ,,Ost-Jerusalem” anwenden, um nicht immer die lange Bezeichnung “Östlicher Teil von Jerusalem” sagen zu müssen.

Erstens werden wir sehen, dass die Araber nur eine begrenzte Zeit im frühen Mittelalter über Jerusalem herrschten.

Zweitens werden wir feststellen, dass die Araber in den letzten 150 Jahren eine Minorität in der Stadt waren. Die Juden waren in der Zeit dort­selbst die größte Bevölkerungsgruppe.

Drittens wird es manche erstaunen zu hören, dass lange vor 1967 viele Juden in der ganzen Stadt wohnten, auch im sogenannten “arabischen Jeru­salem” einschließlich des heutigen Moslemischen Viertels. Juden waren überall in der Mehrzahl. Es wird werden, wie und weshalb die Situation sich änderte.

* * *

Zur Geschichte. Um es kurz zu fassen: Die Araber herrschten über Jerusalem nur von 638 bis 1099 (s. Tabelle 1). Das sind genau 461 Jahre in den 2000 Jahren unserer Zeitrechnung, und das geschah nacheinander von Damaskus, Bagdad und Kairo aus. Niemals war Jerusalem eine arabische Hauptstadt.

In den letzten rund 1000 Jahren haben nicht Ara­ber über Israel regiert, sondern nacheinander die Kreuzfahrer, die Aijubiden, die Mamelucken, die Osmanen/Ottomanen, und schließlich die Briten. 1948 kam dann die Wende, indem der Staat Israel wiedergegründet und Jerusalem seine Hauptstadt wurde.

Nach dem Teilungsplan der UNO von 1947 sollte über Jerusalem erst später entschieden werden, hat ohnehin nie Rechtskraft erhalten und wurde auf­grund seiner Ablehnung durch die Arabische Liga und infolge des arabischen Totalangriff gegen Israel völlig irrelevant.

Auch 1967 gehörte Jordanien zu denAggressorn gegen Israel. Im Verlauf der Verteidigung Israels verlor Jordanien dann den Teil Jerusalems, den es 19 Jahre lang widerrechtlich besetzt hatte. (Die kurze Zeit der jordanischen Kontrolle ,,Ost-Jerusa­lems” und seine gesetzlichen Folgen haben wir in einer früheren Ausgabe unserer Zeitschrift HASCHIWAH erörtert.)

Es sei jedoch soviel gesagt: Weil die 19 Jahre arabischer Besetzung ,,Ost-Jerusalems” durch einen Angriffskrieg zustande kamen, diese auch nie international anerkannt wurde, gilt dies völker­rechtlich nicht als Besitzrecht für die Araber. Sowohl 1948 als auch 1967 war Israel Opfer eines Angriffskrieges, und für internationale Rechts­experten in einer Verteidigungslage. Nach dem Völkerrecht haben die Ansprüche des Opfers Vorrang vor den Forderungen des Aggressors.

Die Geschichte der vergangenen Jahrtausends rechtfertigt keine Vorstellung oder politische Kontrolle eines ,,arabischen Jerusalem” heute.


Tabelle 1 DIE HERRSCHER ÜBER JERUSALEM SEIT DER ZERSTÖRUNG DES 2. TEMPELS


70 – 326 Römer

326 - 614 Byzantiner

614 - 638 Perser

638 - 1099 Araber

1099 - 1187 Kreuzfahrer

1187 - 1250 Aijubiden

1250 - 1517 Mamelucken

1517 - 1917 Ottomanen (Osmanen)

1917 - 1948 Briten

1948 - 1967 Israelis/Jordanier

1967 - 1995 Israelis


* * *

Wir kommen nun zu dem demographischen Gesichtspunkt. Wie groß war die arabische Einwoh­nerschaft Jerusalems ?

Ich möchte aus einem Buch zitieren: ,,Obwohl wir die Gewohnheit haben, Jerusalem als eine moslemische Stadt zu betrachten, stellen die Moslems tatsächlich nicht mehr als ein Drittel der Einwohnerschaft dar.” Wer schrieb dies? Ein Jude? Ein Israeli nach 1967, gar Teddy Kollek? Nein! Es war ein Christ, der Jerusalem auf einer Pilgerreise besuchte. Dr. John Kitto sagte dies in seinem Buch Modern Jerusalem. Wann? 1847. Also waren schon vor 150 Jahren zwei Drittel Nichtmoslems.

Hier aus einem andern Buch: ,,Während die Mohammedaner die Herren sind, stellen die Juden die unbestreitbare Mehrzahl dar . . . fast 8.000.” So schrieb 1869 Rev. Andrew Thomson in seinem Reisebericht In The Holy Land.

Diese Feststellungen wurden bestätigt durch zahlreiche Zeugnisse anderer Zeugen, christlicher Pilger, Archäologen, Diplomaten usw., die über ihre Besuche berichteten; darunter der amerikanische Schriftsteller Mark Twain und der zu der Zeit Reporter gewesene Karl Marx.

Der preußische Konsul in Jerusalem, Dr. Schultz, schrieb 1845, dass dort 7.120 Juden und 5.000 Moslems wohnten. 1864 berichtete der britische Konsul Noel Temple Moore von 8.000 Juden und 4.500 Moslems. Zehn Jahre später stellte der ameri­kanische Konsul de Haas fest, dass von der Gesamt­bevölkerung Jerusalems von 30.000 Einwohnern 20.000 Juden waren.

Der Deutsche J. M. A. Scholtz schrieb 1823 in Biblisch-Kritische Reise, herausgegeben in Leipzig, dass die Juden die größte Volksgruppe in Jerusalem waren. So war es also schon vor 172 Jahren.

Die Einwohnerzahl Jerusalems stieg danach rapide an. Ich habe eine Menge statistischer Zahlen aus verschiedenen Quellen (s. Tabelle 2). Immer waren die Juden in großer Mehrzahl; in den letzten 100 Jahren waren sie zwei- bis dreimal so viele wie die Araber.

Heute [1995] ist Jerusalem eine Stadt von 580.000 Einwohnern, wovon mehr als 400.000 Juden sind.

Es ist unbestreitbar, dass Jerusalem während den letzten mehr als 100 Jahren bevölkerungsmäßig vornehmlich eine jüdische Stadt war. Jerusalem auf demographischer Basis als ,,arabisch” zu charakterisieren, fällt bei der Prüfung durch. Die Moslems waren und sind eine Minder­heit.

Ich möchte noch erwähnen, dass die Juden auch wirtschaftlich der stärkste Sektor in der Stadt waren. In der britischen Mandatszeit waren 75% aller Steuerzahler Juden. Aber die Briten offen­barten mit ihrer Politik in Palästina vor, während und sogar nach dem Holocaust, eine sehr pro-arabische Einstellung und taten alles mögliche, um die politischen Rechte der Juden zu begrenzen. Obwohl die Juden in der Mehrzahl waren, bestimm­ten die Briten stets Araber als Bürgermeister von Jerusalem.


Tabelle 2 DIE BEVÖLKERUNG JERUSALEMS


Jahr      Juden   Araber   Christen      Gesamt


1844:      7.120      5.760       3.390         16.270

1876:     12.000      7.560       5.470         25.030

1909:     45.000    12.000     10.200         67.200

1911:     30.800    10.000     15.000         55.800

1948:     99.320    36.680     31.300        167.300

1967:   195.700    54.963     12.646        263.309

1990:   353.200  124.200     14.000        491.400

1994:   400.000  140.000     15.000        555.000


* * *

Als dritten Punkt will ich mich mit den jüdischen und arabischen Wohnvierteln Jerusalems beschäf­tigen: a) mit der ,,Ost-West”-Teilung und b) mit den nach Religionen geordneten historischen Vierteln der Altstadt.

Die Spaltung der Stadt war ein Resultat der Waffenstillstandslinie am Ende des arabischen Krieges von 1948 gegen Israel (s. Stadtkarte 1). Es war niemals eine anerkannte internationale Grenze. Die Stadt war in verschiedener Weise ein Vorläufer von Berlin: Hohe Mauern wurden durch die Mitte der Stadt gebaut. Minenfelder und Stacheldraht verstärkten die Teilung. Nichts war an diesem Zustand normal. Von den Dächern beschossen jordanische Scharfschützen jüdische Zivilisten.

Neunzehn Jahre lang war das Volk des Buches von der Tempelmauer, dem Ölberg und vielen anderen heiligen Stätten getrennt. Dies war die einzige Zeit in der ganzen Geschichte den Stadt, dass sie geteilt war.

Angesichts ihrer jahrtausendealten Ungeteiltheit wäre es unverantwortlich und absurd, wollte man die Stadt nun wieder spalten.

,,Ost-Jerusalem” schließt die Altstadt ein. Jahr­hundertelang war die Altstadt in verschiedene Viertel der Religionsgruppen geordnet - diese betrafen Christen, Juden und Moslems. Das war für diese Gnuppen gewöhnlich zum Vorteil. Sie zogen es schon aus religiösen Gründen vor, unter ihres­gleichen zu leben und auch der Sicherheit wegen. Je nach der Gunst oder der Bosheit des Herrschers ging es der einen oder der anderen Gruppe gut oder sie hatte zu leiden. Die Kreuzfahrer waren beson­ders brutal; sie metzelten viele Moslems und alle Juden nieder, sogar nachdem sie schon die Stadt erobert hatten.

Die verschiedenen Sektoren der Altstadt von Jerusalem sind noch heute nach ihren früheren Namen benannt: Armenisches, Christliches, Jüdisches, Moslemisches bzw. Gemischtes (s.u.) Viertel (s. Stadtkarte 2).

Die vier Teile waren jedoch nicht statisch oder feststehend. Moslems lebten im Jüdischen Viertel, Juden im Moslemischen bzw. Gemischten Viertel und im Christlichen Viertel, Christen im Mosle­mischen bzw. Gemischten Viertel usw.

Vor dem 11. Jahrhundert war das Jüdische Viertel im Süden der Altstadt. Dann wurden die Juden gezwungen, in den nordöstlichen Teil zu ziehen. Nach der Kreuzfahrerzeit wurden sie wieder in den Süden der Stadt beordert.

Wir haben bereits festgestellt, dass Ende des 19. Jahrhunderts die Juden die Mehrheit der Einwohner der Stadt ausmachten. Zu der Zeit war Jerusalem kaum mehr als die Altstadt und als es in den 1880er Jahren immer enger wurde, wurden ein paar Sied­lungen außerhalb der Stadtmauern gegründet, davon waren wiederum die meisten jüdisch.

So entstand die neue Stadt, die sich auf den Westseite ausdehnte.

Während der britischen Mandatszeit wurden die Benennungen in der Altstadt amtlich, obwohl sie nicht der demographischen Wirklichkeit entsprachen.

Zum Beispiel gab es vor der Ankunft der Briten im Jahre 1917 kein Moslemisches Viertel. Es gab zwar Moslems oder Araber, aber kein Stadtteil trug ihren Namen. Die Moslems in der Altstadt waren meistens Neuankömmlinge, Gastarbeiter aus andern Gegenden und so wenige, dass die Türken ihnen kein Viertel anboten. Was man heute Mosle­misches Viertel nennt, wurde damals Gemischtes Viertel genannt, weil es von Juden, Christen und Moslems bewohnt war. Die größte Volksgruppe im Gemischten Viertel waren die Juden. Schon 1812 und 1837 waren dort viele Juden aus Safed einge­troffen nach Epidemien und einem großen Erdbeben in jener galiläischen Stadt.

Die Haldija-Straße, Hauptstraße des Gemischten Viertels, hatte meistens jüdische Bewohner. Kurz vor 1920 waren in dieser Straße von 1840 Einwoh­nern 1160 Juden, das sind 63%. Auch gab es 22 Synagogen, zwei theologische Schulen und andere jüdische Institutionen und Geschäftsunternehmen in der Haldija-Straße. Ich könnte noch andere Straßen erwähnen, die eine große jüdische Einwoh­nerschaft hatten, z.B. al-Wad, Bab-al-Hitta u.a.m.

Nach dem arabischen Aufstand im Jahre 1920 wiesen die Briten alle jüdischen Einwohner des Gemischten Viertels aus und nannten dieses in Moslemisches Viertel um. Die britischen Beamten erzählten den Juden, dass sie nur vorübergehend und zu ihrer eigenen Sicherheit ihre Wohnungen verlassen müssten und bald zurückkehren könnten. Es wurde ihnen jedoch nie gestattet zurückzu­kehren.

Auch in dem Christlichen Viertel wohnten viele Juden, und sie besaßen die meisten Geschäfte. In einem Bericht aus dem Jahre 1909 lesen wir, dass von 70 größeren Geschäften im Christlichen Viertel nur acht nicht den Juden gehörten (Jerusalem of Yesterday, David Yellin).

Bis zu den arabischen Aufständen in den 1930er Jahren hatten Christen, Juden und Moslems unge­fähr die gleiche Anzahl Geschäfte in der David-Straße, die vom Jaffator zum Tempelberg führt. Sowohl im Armenischen als auch dem Christlichen Viertel gab es etliche Synagogen.

Jetzt kommen wir zu dem, was Jüdisches Viertel genannt wurde. Dort wohnten um die Jahrhundert­wende fast ausschließlich Juden. Nach ihrer Aus­weisung aus dem Gemischten Viertel durch die Briten war dies die Hauptwohngegend der Juden in der Altstadt geworden und war nun noch dichter bewohnt.

Bis 1948 blieben die Juden im Jüdischen Viertel, dann vertrieben die jordanischen Truppen diejeni­gen, die nicht gefallen waren bzw. umgebracht wurden.

Der Kommandant der Streitkräfte der Jordani­schen Legion in Jerusalem, Abdulla el-Tel, schrieb in seinen Memoiren: ,,Das heilige Jerusalem ist von Juden rein geworden; zum ersten Mal in tausend Jahren ist nicht ein einziger Jude darin geblieben.” (Das bezog sich natürlich auf die Altstadt.)

* * *

Nach der Vertreibung der Juden gingen jorda­nischen Soldaten und arabische Zivilisten sofort daran, systematisch jede Spur jüdischer Präsenz zu zerstören. Alle Synagogen in der Altstadt wurden gesprengt. Gebäude, die nicht völlig zerstört waren, wurden in Ställe für Schafe und Ziegen, in Latrinen und Müllhalden verwandelt. Die jüdischen Biblio­theken und Synagogen wurden geplündert. Hunderte von wertvollen Thora-Schriftrollen wurden gestohlen. Die Plünderung des Jüdischen Viertels und die Schändung und Zerstörung der Synagogen und Seminare wurde von dem amerika­nischen Fotografen John Phillips, der die Arabische Legion begleitete, dokumentiert. Seine Fotografien wurden in der Zeitschritt Life und in seinem Buch A Will To Survive (Ein Wille zu überleben) veröffent­licht.

So war die Altstadt arabisiert worden. Das geschah nur 10 Jahre nach der Kristallnacht Nazi-Deutschlands.

Aber außerhalb der Altstadt, immer noch in ,,Ost-Jerusalem”, wohnten auch Juden, und sie besaßen Land (s. Stadtkarte 1). Südlich der Altstadt, im Gebiet Abu Tor, war die jüdische Siedlung Beth Josef, die 1888 gegründet wurde.

Nördlich der Altstadt waren die Wohngegenden Nachalat Shimon und Nachalat Shimon Hatzaddik, die 1891 gebaut wurden; das Land dafür hatten Juden bereits 1876 gekauft. Weiter nördlich von Jerusalem waren die zwei jüdischen Vororte Atarot und Newe Jaakov, gegründet 1925. 1877 hatten chassidische Juden die Nachbarschaft Kirjah Ne-emanah außer­halb des Damaskustors erbaut.

Auf der Südostseite der Altstadt ist die Ortschaft Silwan, in der ein Drittel der Gebäude Juden gehörte. Die jüdische Gemeinde bestand dort seit 1885.

Alle die genannten jüdischen Wohngegenden wurden uns durch arabische Aufstände - ange­stachelt von fanatischen, islamischen religiösen Führern - oder durch den jordanischen Angriffs­krieg von 1948 geraubt. Heute werden sie fälschlich ,,arabisches Land” oder ,,Ost-Jerusalem” genannt.

Dazu gehört auch die Hebräische Universität auf dem Skopusberg, gegründet 1925 auf einem Grund­stück, das Juden seit 1908 besaßen. Ebenso das jüdische Hadassah-Krankenhaus, das 1938 erbaut wurde.

Ich möchte auch die jüdische Begräbnisstätte auf dem Ölberg erwähnen. Obwohl seit vor unserer Zeitrechnung bestehend und benutzt, war die Stätte während der 19 Jahre jordanischer Besetzung von ,,Ost-Jerusalem” für Juden völlig unzugänglich. In diesen Jahren wurden dort 38.000 der 50.000 jüdischen Gräber geschändet. Die jordanische Arabische Legion benutzte die Grabsteine, antike und neue, zum Bau von Fußwegen, Schützengräben und Latrinen für das al-Asarija-Militärlager. Arabische Nachbarn entwendeten auch Grabsteine als Materialien für Bauzwecke. Der von Jordanien als ,,Wärter” für den Friedhof bestimmte Sadar Khalil baute sein Haus mit jüdischën Grabsteinen über den Gräbern. Auch das berühmte Interconti­nental Hotel wurde mit jordanischer Genehmigung direkt über jüdischen Gräbern gebaut.

Als 1967 Jerusalem wiedervereinigt wurde, begann man sofort mit der mühsamen Arbeit, die Gräber wieder würdig herzustellen. Auch wurden zur Seite geworfene Gebeine wieder beerdigt.

Der Anteil der Christen ,,Ost-Jerusalems”, die meist in diesem Teil der Stadt wohnten, vermin­derte sich unter jordanischer Herrschaft von 1948 bis 1967 um zwei Drittel (s. Tabelle 2).

* * *

Ich habe versucht, die Mythe vom ,,arabischen Jerusalem” zu entlarven. Ich verneine nicht die Präsenz von Arabern,von arabischem Grundbesitz, arabischer heiliger Stätten oder die Geschichte der Araber in Jerusalem. Ich widerspreche jedoch den Behauptungen von Alleinrechten der Araber auf „Ost-Jerusalem” und dass sie dort traditionell die größte Volksgruppe waren. Die Mythe vom ,,arabischen Jerusalem” wird weiter verbreitet, obwohl sie nicht der Geschichte entspricht.

Alle Christen können heute alle christlichen heiligen Stätten in Israel besuchen. Das war wäh­rend der kurzlebigen arabischen Besetzung ,,Ost-Jerusalems” nicht möglich. Auch die in Israel lebenden Moslems wurden damals von ihren jordanischen Brüdern daran gehindert, den Felsen­dom und die al-Aksa-Moschee zu besuchen; im wiedervereinigten Jerusalem ist es ihnen jetzt möglich.

Endlich können auch wir Juden an der Kotel, der Westmauer, beten, woran wir 19 Jahre lang gehin­dert waren - trotz Jordaniens Unterschrift auf dem Waffenstillstands-Abkommen von 1948, das freien Zugang zu den religiösen Stätten gewährleisten sollte.

Durch Israels Wiedervereinigung von Jerusalem 1967 wurde endlich allen - Christen, Juden und Moslems - freier Zugang zu ihren heiligen Stätten ermöglicht. ...

Frau Doktor Rose Thering, Exekutiv-Direktorin der National Christian Conference for Israel, einer Gruppe von katholischen, protestantischen und evangelikalen Theologen, sagte: ,,Diejenigen von uns, die vor 1967 hier gewesen sind, wissen sehr genau, dass die heiligen Stätten nie eine so gute Pflege erhalten haben wie von der israelischen Regierung” (The Jerusalem Post, 15.01.91).



Ich will meine Darlegungen mit dem Hinweis auf eine Liste beenden (s. Tabelle 3). Das sind die 58 Synagogen, die im sogenannten ,,arabischen Ost-Jerusalem” von 1948-1967 während der 19 Jahren jordanischer Besatzung zerstört wurden.

,,Wir haben nicht gewählt, fortzugehen — aber es ist unsere heilige Wahl, zurückzukommen.”



Tabelle 3 DIE 58 VON DEN ARABERN ZERSTÖRTEN SYNAGOGEN DER ALTSTADT


Ahawat HaTorah WehaSchalom-Synagoge Karaltische Synagoge

Ahawat Zion-Synagoge Kollel Grodno-Synagoge

Aleppo’Synagoge Kotel HaMa-arawi-Synagoge

Beth Aharon-Synagoge K’taw Torah-Synagoge

Beth El-Synagoge Kurdische Synagoge

Beth Hillel-Synagoge Menachem Zion-Synagoge

Beth Me-ir-Synagoge Michael Rutman-Synagoge

Biderman-Synagoge Moschaw S’kejnim-HaJaschan Synagoge

Bikur Cholim-Synagoge Ohel Avraham-Synagoge

Chabad-Synagoge Nr 1 Ohel Ja-akov-Synagoge

Chabad-Synagoge Nr 2 Ohel Mosche-Synagoge

Chajej Olam-Synagoge Or HaChajim-Synagoge

Chassudej Bratzlaw-Synagoge Or Olam-Synagoge

Chassldej Zortkow-Synagoge Or Sarua-Synagoge

Chassldej Wiznutz-Synagoge Persische Synagoge

Chesed El-Synagoge Porat Josef-Synagoge

Dubno-Synagoge Rabbi Baruch-Synagoge Edot Haraw-Synagoge Nr. 1 Rabbi Jochanan Ben Sakai- Synagoge

Edot HarawSynagoge Nr 2 Rabbi Me-ir Ba-al HaNess-Synagoge

Elijahu Hanawu-Synagoge Rabbi Pi nchasel-Synagoge

Georgische Synagoge Scha-ar Schamajim-Synagoge

G’milut Chassadim-Synagoge Schoneh Halachot-Synagoge

Ha-Ari HaKadosch-Synagoge S’dej Chemed-Synagoge

Ha-Emza’i-Synagoge Sukkat David-Synagoge

HaRamban-Synagoge Sukkat Schalom-Synagoge

Istanbuli-Synagoge Tlteret Jisrael-Synagoge

Jehuda HeChassid (Hurva)-Synagoge Tonal HaKohanim-Synagoge

Jehudej Sepharad-Synagoge Warschauer Synagoge

Jemenitische Synagoge Zion-Synagoge


Quelle: Haschiwah – Die Rückkehr, Nr. 3, 1995 – 5755, Dr. Hillel Goldberg, Herausgeber, David B. Goldberg, Redakteur, Eine Publikation der Lema'an Zion, Inc.




Einige der jüdischen Wohngegen­den in “Ost-Jerusalem”, von denen die Juden nach den arabischen Pogromen der 1920er und 1930er  Jahre und nach dem arabischen Angriffskrieg gegen Israel von 1948 vertrieben wurden: 1) Ataroth, 2) Newe Ja-akov, 3) die Hebräische Universität und das Hadassah-Krankenhaus auf dem Skopusberg, von jordanischen Truppen umzingelt und geschlos­sen, 4) Nachalat Shimon und Shimon HaZaddik, 5) Kirjah Ne-emanah, 6) die Altstadt einschließ­lich des Jüdischen Viertels, der Westmauer und 58 Synagogen, 7) der Ölberg, 8) Silwan (Siloah) und 9) Beth Josef.
Stadkarte: Gabriel A. Goldberg © 1995 Friends of Zion, Inc.












Die Drittheiligste Stadt des Islam und die Arabische Erbschaft

Parkes, James William: Whose Land? - aus dem Englischen übersetzt


Jerusalem [das im Koran nicht namentlich erwähnt wird] war nie Hauptstadt eines muslimi­schen Staates. Selbst die beiden Umayyaden-Kalifen, die am meisten mit dem Land verbunden waren, Muawiyah und Sulayman, zeigten kein besonderes Interesse für die Stadt. Muawiyah machte Damaskus zu seinem Regierungssitz, nach­dem er Kalif von Jerusalem geworden war; und Sulayman, der im Land drei Jahre herrschte, errich­tete seinen Regierungssitz bei Ramleh.

Auch hatte Jerusalem keine besonderen religiösen Status, abgesehen von kurzen Perioden, als Mekka für die syrischen Muslime nicht zugäng­lich war. Als die Kreuzfahrer sich 1098 der Stadt näherten, ließen sich die Abbasiden nicht durch die Gesuche ihrer muslimischen Nachbarn zur Hilfe bewegen. In einem Beistandspakt mit Friedrich II. gab Ayyubid, al-Kamil, Jerusalem für Damaskus her. Zweimal, als die Christen Damietta einge­nommen hatten, waren al-Kamil und sein Nach­folger as-Salih bereit, diese Hafenstadt für die heilige Stadt Jerusalem einzutauschen. ....

Zu Beginn von Mohammeds missionarischem Wirken, als ihn die Diskrepanz zwischen dem erhabenen monotheistischen Glauben von Juden­tum und Christentum zum primitiven Götzendienst in Arabien beschäftigte, erwies sich seine Vorliebe für diese alten Glaubensrichtungen dadurch, dass er Jerusalem zu der Stadt erhob, zu der hin sich seine Anhänger beim Gebet ausrichten sollten. Doch als ihm klar wurde, dass weder Juden noch Christen bereit waren, seinen Anspruch einer göttlichen Mission anzuerkennen, als die letzte und endgültige Offenbarung Gottes an die Menschen, änderte er sein Vorgehen. Er eroberte Mekka, und machte den ursprünglich heidnischen Schrein der Stadt, den schwarzen Stein der Kaaba, zum zentralen heiligen Ort, zu dem hin sich alle Muslime beim Gebet ausrichten sollten. ....

Die Bindung der Juden an das Land ist ein historisches Faktum, ob man nun glaubt, dass diese Bindung auf einer göttlichen Verheißung beruht oder nicht. Die Bindung der Kirche an Galiläa und Judäa ist ebenfalls historisches Faktum, ob man die Heiligen Stätten für authentisch hält oder nicht. Doch die Bindung Mohammeds an Jerusalem hängt lediglich an der Bereitschaft zu glauben, dass Mohammed in einer einzigen Nacht auf einem geflügelten Pferd von Arabien nach Jerusalem und wieder zurück geflogen sei, und vom (jüdischen Tempelberg aus) auf einer Leiter aufgestiegen sei, um einen Blick in den Himmel zu werfen; und dass während seines aussergewöhnlichen Aufstiegs sein Pferd al-Burak nahe der Klagemauer angebunden war, der einzig verbliebenen heiligen Stätte der Juden vom Tempelberg. ....

Parkes, James William: Whose Land? History of the Peoples of Palestine (Kap.10), Harmondsworth, Great Britain, 1970


Nahost-Friedensprozess-Historie-Jerusalem_Stand ES 05.IV.2006

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