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Palästina – Vertriebene oder Flüchtlinge?

Die arabischen Staaten weigern sich nach wie vor, die Verantwortung für die Flüchtlinge aus Palästina/ Israel zu übernehmen, die auf ihre Veranlassung das Land vor dem Krieg gegen Israel 1948 verliessen und diese zu integrieren.

Ist das Prinzip des "ethnisch begründeten Bevölkerungs
austausches" im griechisch-türkischen Konflikt nicht auch -rückwirkend- auf die Flüchtlinge bzw. Vertriebene in den israelisch-arabischen Kriegen anwendbar?


Selbstkritische arabische Stimmen nach den Kriegsjahren und solche aus jüngster Zeit kommen zu Wort.



1. „Die arabischen Staaten, die palästinensische Araber ermutigten, vorübergehend ihre Heimat zu verlassen, um die arabischen Invasionstruppen nicht aufzuhalten, haben ihr Versprechen nicht gehalten, diesen Flüchtlingen zu helfen“ /Jordanische Tageszeitung FALASTIN, 19.2.1949, aus /Fa/

2. „Wer brachte die Palästinenser als Flüchtlinge in den Libanon, wo sie in große Not kamen und mittellos waren - niemand anders als die arabischen Staaten selbst, einschließlich des Libanon“ /Muslimische Wochenzeitung KUL-SHAY, Beirut, 19.8.1951, aus /Fa/

3. „Der 15. Mai 1948 kam ... An diesem Tag rief der Mufti in Jerusalem die Araber von Palästina auf, ihr Land zu verlassen, denn die arabischen Armeen sind im Einmarsch und werden für sie kämpfen“ /Kairoer Tageszeitung AKHBAR EL YOM, 12.10.1963, aus /Fa/

4. „ .. Damit die tausendmal verfluchten Juden sich nicht in ihrer Feigheit vor ihrer völligen Vernich­tung an euch rächen, laden wir euch ein, unsere Gäste zu sein. Die Araber werden euch ihre Häuser und Herzen öffnen. Wir werden die Ungläubigen besiegen, wir werden die Giftschlangen zertreten. Ein durch eure Brüder gereinigtes Land wird euch aufs neue in Freude und Jubel empfangen.“ /Gi/ (Aufruf des ‚Oberkommandos der arabischen Freiwilligen‘ über den Sender Kairo am 16.5.1948, aus /Pf S.148)/

5. „Wir werden das Land über den Haufen schießen und alle Orte, wohin sich die Juden flüchten, zerstören. Solange Gefahr besteht, sollen die Araber ihre Kinder und Frauen in Sicherheit bringen; später wird ihnen das ganze Palästina gehören.“ /La/ (Erklärung des irakischen Ministerpräsidenten, die ab dem 16.3.1948 zwei Monate lang im Rundfunk ausgestrahlt wurde, aus /Pf S.143)/

6. Der Generalsekretär der Arabischen Liga bemerkte 1951, dass sein Vorgänger Azzam Pasha „den Arabischen Völkern versicherte, dass die Besetzung von Palästinas und Tel Aviv so einfach sei wie ein Spaziergang ... und dass die Millionen, welche die Juden für den Landerwerb ausgegeben hätten und in die Entwicklung der Wirtschaft investiert hätten, eine leichte Beute sein würden, denn es würde ein Leichtes sein, die Juden ins Mittelmeer zu werfen.“ /Arutz Sheva_29.02.2004/

7. „Unsere Führer sind verantwortlich für die Flucht der Dorfbewohner, weil sie falsche und über­triebene Gerüchte von jüdischen Verbrechen und Greueltaten wie Mord an Frauen und Kindern verbreiteten, um die Araber aufzuhetzen ... Die Araber in Palästina wurden so lange in Furcht und Schrecken versetzt, bis sie flohen und ihre Häuser, Hab und Gut dem Feind überließen“ /Jordanische Tageszeitung AL URDUN, 9.4.1953, aus /Fa/

8. „seit 1948 fordern wir die Rückkehr der (paläs­tinensischen) Flüchtlinge, obwohl wir es sind, die sie zur Flucht zwangen ..“ /Khaled al-Asm, ehem. syrischer Premierminister, in seinen Memoiren 1973, Haschiwah 4-1993/

9. Nach einem Bericht des arabischen Instituts für Palästinensische Studien in Beirut (1969) wurde die Mehrheit der arabischen Flüchtlinge 1948 nicht vertrieben und 68% hätten das Land verlassen ohne einen israelischen Soldaten gesehen zu haben. /Pe S.13/

10. „Die Palästinenser, die geflohen sind oder [von den arabischen Ländern] aufgefordert wurden, Israel zu verlassen – viele von ihnen waren als Arbeit suchende Nomaden erst eingewandert – diese Menschen hätten die von den Juden in den arabischen Ländern zurückgelassenen Plätze über­nehmen können. Es hätte zu einer humanitären Lösung des Flüchtlingsproblems kommen können, wie auch anderswo in der Welt. Es gab viele internationale Kommissionen. Es gab viele Vor­schläge seitens der Präsidenten der USA und ander­er Staatsoberhäupter, um das arabische Flüchtlings­problem zu lösen. [Aber es ist so, wie] die Araber in der Arabischen Liga jener Zeit sagten, „Wir wollen das als eine offene Wunde halten und die Menschen als Pfand gegen Israel gebrauchen.“ /Joan Peters (s.u.) in WorldNetDaily.com, zitiert in ARAB NATIONS PERPETUATED THE REFUGEE PROBLEM /Arutz Sheva-4.Febr.2001/

11.„Die palästinensischen Flüchtlinge im Libanon, denen schon lange viele Zivilrechte verweigert werden, darunter das Recht auf Arbeit, stehen nun vor einer neuen Schwierigkeit in ihrem gefahrvollen Leben.“ Unter einem neuen Gesetz, das von der Regierung im letzten Jahr (2002) erlassen wurde, verlieren palästinensische Araber das Recht auf eigenen Landbesitz. Und wer Land besitzt, kann es nicht weitervererben an seine Kinder.“ /Fa/ Zitat aus der JORDAN TIMES/.



/Fa/ Aus: Joseph Farah*, An unconventional Arab viewpoint, © 2003 WorldNetDaily.com (*arabisch-amerik. christl. Journalist)

/Gi/ Paul Giniewski, Les refugies arabes (Paris 1984), S. 12

/La/ Anny Latour, Israel - Gelobtes Land Frankfurt/M 1968), S. 51

/Pf/ Rudolf Pfisterer: Israel oder Palästina, R.Brockhaus

/Pe/ Peters, Joan: From Time Immemorial-The Origins of the Arab-Jewish Conflict Over Palestine, Harper&Row, NY, 1984

„Arabische Führer haben das Flüchtlingsproblem verursacht“

Itamar Marcus and Barbara Crook

Die Palestine Media Watch hat jetzt eine weitere Bestätigung in der offiziellen Tageszeitung AI-Hayat Al-Jadida der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) dokumentiert, dass die arabischen Führer für die Flucht der Araber aus dem neu gegründeten Staat Israel 1948 verantwortlich waren.

Das Rückgrat der palästinensischen Ideologie und auch die der gesamten Anti-Israel-Propaganda weltweit ist die Mythe, dass Israel Hunderttausende von Arabern vertrieben und somit das palästinensische Flüchtlingsproblem geschaffen habe.

Mahmud AI-Habbash, der regelmäßig für die offizielle PA-Tageszeitung AI-Hayat Al-Jadida schreibt, berichtet in seiner Kolumne „Puls des Lebens", dass die Araber Israel 1948 nur verlassen haben, weil ihre politischen Führer sie dazu überredet und ihnen eine schnelle Rückkehr... versprochen hätten.

1. Ein Journalist schreibt über die Ereignisse von 1948

Mahmud AI-Habbash, der regelmäßig für die offizielle PA-Tageszeitung AI-Hayat Al-Jadida schreibt, berichtet in seiner Kolumne „Puls des Lebens", dass die Araber Israel 1948 nur verlassen haben, weil ihre politischen Führer sie dazu überredet und ihnen eine schnelle Rückkehr... versprochen hätten.

... die Führer und die Elite haben uns zu Beginn der ,Nakba' [,Katastrophe' der Errichtung des Staates Israel] 1948 versprochen, dass unser Exil nicht lange dauern wird, nicht mehr als ein paar Tage oder Monate und danach können die Flüchtlinge wieder in ihre Wohnungen zurückkehren, die viele von ihnen nicht verlassen hätten, wenn sie nicht diesen ,Akuwischen' Versprechungen vertraut hätten [Akuw ist in der arabischen Tradition dafür bekannt, dass er seine Versprechen nicht hielt]... Danach vergingen Tage, Monate, Jahre und Dekaden und die Versprechen verloren sich durch ... nachfolgende Ereignisse... " (AI-Hayat Al-Jadida, 13.12.06)


 

[In den 1950er Jahren wurden etwa 800.000 Juden, die nur das mitnehmen durften, was sie tragen konnten, aus moslemischen Ländern vertrieben. Dieser Teil der Geschichte wurde vergessen. Stattdessen sind 700.000 Araber, die Israel verließen, Gegenstand weltweiter Aufmerksamkeit. -Red.]

2. 1948 aus Israel geflohene Frau sagt

Wir hörten die Explosionen und die Schüsse von Gewehren zu Beginn des Sommers im Jahr der ‚Katastrophe'. Sie erzählten uns: Die Juden greifen eure Region an und es ist besser, wenn ihr euer Dorf verlasst und zurückkehrt, wenn die Schlacht vorüber ist. Und tatsächlich gab es einige unter uns [die aus Israel flohen], die ein brennendes Feuer im Herd hinterließen, die von ihrer Herde [Schafe] weggingen oder ihr Geld und Gold zurückließen, weil sie überzeugt waren, dass wir nach ein paar Stunden zurückkehren würden." (Asmaa Jabir Balasimah Um Hasan, eine Frau, die aus Israel geflohen ist, AI Ayyam, 16.05.06)

3. Sohn und Enkel eines Flüchtlings von 1948 bestätigen

Ein arabischer Zuschauer rief das PA-Fernsehen an und berichtete, dass sein Vater und Großvater darüber geklagt haben, dass 1948 die arabischen Bezirksbeamten alle Araber angewiesen haben, Palästina zu verlassen oder man würde sie sonst als Verräter bezeichnen.

„Herr Ibrahim [Sarsur]. Ich spreche Sie als Moslem an. Mein Vater und Großvater haben mir erzählt, dass während der ,Katastrophe' unser Bezirksbeamter eine Verfügung herausgab, dass jeder, der in Palästina und in Majdel [in der Nähe von Askelon, Süd Israel] bleibt, als ein Verräter behandelt wird."

Die Antwort von Ibrahim Sarsur, arabisches Mitglied der Knesset und Oberhaupt der islamischen Bewegung in Israel stellte diese Aussage nicht in Frage: „Derjenige, der diese Verfügung erlassen und das Verbot zum Bleiben erteilt hat, trägt die Schuld, in diesem Leben und auch im zukünftigen, durch die ganze Geschichte hindurch bis zum Tag der Auferstehung." (PA TV, 30.04.99)

4. Artikel eines PA-Journalisten

Fuad Abu Higla, damals Kolumnist der offiziellen PA-Tageszeitung AI-Hayat Al-Jadida, schrieb einen Artikel vor einer arabischen Gipfelkonferenz, bei der die arabischen Führer wegen einer Serie von Fehlentscheidungen kritisiert wurden.

„Ich erhielt einen Brief von einem Insassen eines Gefängnisses in Akko, der sich an den arabischen Gipfel richtet: 'An die [arabischen und moslemischen] Könige und Präsidenten, die Armut bringt uns um, die Symptome erschöpfen uns und die Seele verlässt unseren Körper, und immer noch suchen Sie nach Auswegen wie Menschen, die nach einer Nadel im Heuhaufen suchen oder wie die Armeen Ihrer Vorgänger 1948, die uns gezwungen haben, Israel zu verlassen unter dem Vorwand, das Schlachtfeld von Zivilisten zu räumen ... So, was wird Ihr Gipfel nun tun?" (AI-Hayat Al-Jadida, 19.03.01)

(aus Haschiwa -Die Rückkehr 11/2007, gekürzt, Palestine Media Watch, 16.12.06)


Ist das Prinzip des "ethnisch begründeten Bevölkerungsaustausches" im griechisch-türkischen Konflikt, das dem Vertrag von Lausanne zugrundeliegt, nicht auch -rückwirkend- auf die Flüchtlinge bzw. Vertriebene in den israelisch-arabischen Kriegen anwendbar?


MODELL LAUSANNE 1923

Nachdem sich Griechenland nach der Niederlage gegen die Türkei (unter Mustafa Kemal, im August 1922) aus dem gesamten Territorium Kleinasiens zurückziehen musste, kam es auf der Grundlage der „Konvention über den Austausch der griechischen und türkischen Bevölkerungen", auf die sich die betroffenen Staaten einigten, zu einem Bevölkerungsaustausch.

Von diesem, von den staatlichen Hoheitsträgern durchgeführten „Transfer" waren die etwa 400.000 bis dahin in ihrer anatolischen Heimat verbliebenen Griechen betroffen, sowie die etwa 450.000 auf griechischem Territorium lebenden Muslime.

Die völkerrechtliche Absegnung dieser ethno-religiös begründeten "Transfers" durch den Lausanner Friedensvertrag (Juli 1923) rief in der "westlichen" Öffentlichkeit keinen ernstzunehmenden Protest hervor. Noch im Dezember 1944 würdigte der britische Premier Winston Churchill in einer Rede vor dem House of Commons den "Bevölkerungsaustausch, der nach dem letzten Krieg zwischen Griechenland und der Türkei stattfand", als "in vielerlei Hinsicht erfolgreich"; er habe "zu freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland geführt". (Daniel Schikora, u.a. in EUROjournal", H 1/2007)

Das Prinzip des "ethnisch begründeten Bevölkerungsaustausches", hatte der Norwegers Fridtjof Nansen, seinerzeit Kommissar des Völkerbundes für Flüchtingsfragen im griechisch-türkischen Konflikt zur Geltung gebracht (Daniel Schikora)


Nahost-Friedensprozess-Historie-Palästina- Vertriebene oder Flüchtlinge_Stand ES 08.10.07

ViSdP: Deutsch-Israelische Gesellschaft-Arge München, Egon Schneider; D-81604 München, PF 800452

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