Home      Termine & Co      Wirtschaft & Politik      Nahostkonflikt      Presse      Links      Impressum           
Home / Nahostkonflikt / Nahostkonflikt Historie / Palästina - Beschaffenheit des Landes


Palästina-Beschaffenheit des Landes

In seiner Rede vor den Vereinten Nationen im November 1974 behauptete Jassir Arafat: „Die jüdische Invasion begann 1881 ... Palästina war zu dieser Zeit ein grünendes und blühendes Land, in der Mehrheit bewohnt von einem arabischen Volk, das dabei war, sich sein Leben aufzubauen und auf dynamische Weise seine einheimische Kultur zu bereichern.“ Historiker, Schriftsteller und Pilger beschreiben ein anderes Palästina:

Auszüge aus Reiseberichten aus dem 18. und 19. Jahrhundert:

1. Jericho und Akko

"Jericho ist ein armes, schmutziges Dorf, ... in "Akko ein paar armselige Hütten, ... nichts hier außer einer riesigen und ausgedehnten Ruine". /WS/ Henry Maundrell 1697 in 'The Journal of Henry Maundrell from Aleppo to Jerusalem":

„Jericho, einst gerühmt ob seiner berühmten Palmen- und Balsampflanzungen, war im Jahr 1850 baumlos und verlassen. Brunnen waren mit Müll zugeschüttet und die Erosion griff um sich.“ /Be/_S. 165_(Gulston, Charles: Jerusalem: The Tragedy and the Triumph. Grand Rapids: Zondervan 1979., S. 206).

2. Jerusalem

"Die Landschaft, die die Stadt (Jerusalem) umgibt, ist abscheulich: ... auf allen Seiten kahle Berge. ... Man sieht das Hinterland auch voller dürrer Felsen. ... Man fragt sich, ob es nicht zusammengestürzte Gedenksteine eines Fried­hofs inmitten einer Wüste sind.... eine außergewöhnliche Trostlosigkeit". /WS/ Der französische Schriftsteller Francois Rene Vicomte de Chateaubriand in seinen "Itineraire de Paris ä Jerusalem" von 1811 im 4. Kapitel "Jerusalem"

"Außerhalb der Tore Jerusalems sahen wir tatsächlich kein lebendes Wesen ... eine völlige, ewige Stille herrscht in der Stadt, auf den Straßen, im ganzen Land." /WS/ Der französiche Dichter Alphonse de Lamartin in seinem Reisebericht "Recollections of the East" aus dem Jahr 1846:

"Gemäß der Schrift (Sacharja 7,14) hatte ich zwar erwartet, das Land als eine Wüste anzutreffen, aber eine solche Felsenwüste, wie sie mir immer trostloser entgegentrat, ... überstieg meine Begriffe. ... eine graue Mauer in einer... toten und aller Bäume und anderer Gewächse baren Umgebung. Und das sollte die berühmte Stadt Jerusalem sein! Statt Freude überfiel mich ein unsagbares Gefühl der Vereinsamung. Es war mir, als sei ich ... angekommen ... auf dem Felseneiland eines unbewohnten Planeten." /WS/ Conrad Schick 1846: (aus: Strobel.A., Conrad Schick. Ein Leben für Jerusalem,S.42-44).

Vgl. 10. Marc Twain [Von Nablus/ Sichem nach Jerusalem]

3. Ruinen

"Im größeren Teil Palästinas scheinen die Ruinen umfangreicher zu sein als die bewohnten Häuser." J.S.Buckingham 1816 in 'Travels in Palestine" /WS/

„das einstmals bewohnte Gebiet zwischen Hebron und Bethlehem " sei nun verlassen und öde ... „mit verfallenen Orten." Auch in Jerusalem seien "die Häuser in einem verfallenen und ruinösen Zustand." S. Olin 1843 in "Travels in Egypt, Arabia Petraea and the Holy Land"

4. Räuberbanden

Ein deutschsprachiges Nachschlagewerk, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts veröffentlicht wurde, beschrieb Palästina als „verwüstet und durch­zogen von arabischen Räuberbanden“ /Be/_S.164_ (Brockhaus, Allg. deutsche Real-Enzyklopaedie, 7. Ausg., Leipzig, 1827, Bd. VIII, S. 2, S. 438 f.).

5. unbrauchbar gemachte Zisternen

Im 18. Jahrhundert beschrieb ein französischer Autor und Historiker Palästina als „das zerstörte und verwüstete Land ... Der Reisende trifft auf nichts anderes als auf Häuser in Trümmern, nutzlos gemachte Zisternen und verlassene Felder“ /Be/_S.164_(Count Constantine Francois Volney, Travels Through Syria and Egypt in the Years 1783, 1784, 1785, London 1788, vol. 2, S. 164).

6. zerstörte Bewässerungskanäle

„In den zwölfeinhalb Jahrhunderten zwischen der im 7. Jh. erfolgten Eroberung durch die Araber und den Anfängen der jüdischen Rückkehr in den 80er Jahren des 19. Jh. lag Palästina wüst da. Seine alten Bewäs­serungskanäle und -anlagen waren zerstört und die wunderbare Fruchtbarkeit, von der die Bibel sprach, war einer wüsten und öden Landschaft gewichen“ /Pr/_S.151_(aus Carl Hermann Voss: The Palestine Problem Today, Israel and Its Neighbors, Boston 1953).

7. Mangel an Bevölkerung

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb der britische Konsul von Palästina folgendes: „Das Land ist zu einem Großteil unbesiedelt, und daher braucht es dringend eine Bevölkerung.“ /Be/_S. 164_(James Finn zum Earl von Ciarendon, 15. Sept. 1857).

Ein britischer Archäologe schrieb, daß Palästina „keine Menschen hatte, um seine fruchtbare Erde zu bebauen“ /Be/_S. 164_(Thomas Shaw, Travels and Observations Relating to Several Parts of Barbary and the Levant, London, 1767, S. 331 ff.).

8. „ein verfallenes Land “

/WS/ W.C. Prime 1857 in "Tent Life in the Holy Land"

9. ... nichts erschaffen

"Die .. Türken ... verwandelten es in Ödland ... Die Araber selber, die seine Bewohner sind, ... haben hier nichts erschaffen." /WS/ Felix Bovet von seinem Besuch in Israel 1858 in "Egypt, Palestine and Phoenicia: A Visit to Sacred Lands":

10. ... ganze Dörfer verschwinden

"Das Kulturland im nördlichen und südlichen Teil geht mehr und mehr verloren, und ganze Dörfer verschwinden plötzlich vom Erdboden. Seit dem Jahr 1838 wurden nicht weniger als 20 Dörfer von der Landkarte ausradiert und die ansässige Bevölkerung ausgelöscht.“ /WS/H.B Tristram 1865 in 'The Land of Israel: A Journal of Travels in Palestine" über die Sharonebene an der Küste Israels

11. Mark Twain über seine Palästinareise 1867 /Tw/

[Zusammenfassung, Kap. 56]:

Von allen Ländern mit öder Landschaft muß Palästina, glaube ich, der Gipfel sein. Die Berge sind kahl, sie haben stumpfe Farben, sie zeigen unmalerische Formen. Die Täler sind häßliche Wüsten, von einer schwachen Vegetation gesäumt ... Es ist ein hoffnungsloses, ödes, verzweifeltes Land. Kleine Stücke und Flecken davon dürften jedoch im vollen Glanz des Frühlings sehr schön sein, und um so schöner durch den Gegensatz zu der weiten Öde, die sie auf allen Seiten umgibt. Ich würde sehr gern die Ufer des Jordan und Sichem, Esdrelom, Ajalon und die Grenzgebiete von Galiläa im Frühling sehen - aber selbst dann würden diese Stellen als bloße Spielzeuggärten erscheinen, in weiten Abständen hineingepflanzt in die Wüste einer grenzenlosen Verlassenheit.

Palästina sitzt in Sack und Asche. Über ihm brütet der Bann eines Fluches, der seine Felder hat verdorren lassen und seine Tatkraft gefesselt hat.

[Im Jordantal in der Umgebung des Hulesees, Kap. 46]:

Der See ist von einem breiten, schilfbewachsenen Sumpf umgeben. Zwischen dem Sumpf und den Bergen, die das Tal einschließen, liegt ein ansehnlicher Streifen fruchtbaren Bodens; am Ende des Tales, auf Dan zu, ist sogar die Hälfte des Bodens fest und fruchtbar und wird von den Jordan­quellen bewässert. Es ist genug vorhanden, um ein Landgut abzugeben. ...

[Im Tal der Schlacht Josuas gegen den König von Hazor, bei Merom, vgl. Richter 11, Kap. 46,]:

    Hier gab es Anzeichen für Ackerbau - ein seltener Anblick in diesem Land - ein oder zwei Morgen fruchtbaren Bodens, die von der letzten Ernte her mit dicken und sehr weit auseinanderstehenden dürren Stoppeln besetzt waren. Aber in einem solchen Land war das ein ergreifendes Bild. ...

[In der Ebene Jesreel, vgl. Richter 4-5, Bach Kishon, Kap. 47]:

    Solche aufregenden Szenen [wie die Schlacht Debora‘s und Baraks gegen Sisera] ereignen sich in diesem Tal nicht mehr. In seiner ganzen Ausdehnung gibt es kein einziges Dorf - dreißig Meilen in jeder beliebigen Richtung auch nicht. Es gibt zwei oder drei kleine Grüppchen Beduinenzelte, aber keine einzige beständige Siedlung. Man kann in dieser Gegend zehn Meilen weit reiten, ohne zehn menschlichen Wesen zu begegnen.

[In der Umgebung Sichems [Nablus], vgl. Genesis 37: Josef wird von seinen Brüdern verkauft, Kap. 47]:

    Wir durchquerten einige Meilen ein trostloses Gebiet, dessen Boden recht fruchtbar, aber gänzlich dem Unkraut überlassen ist - eine schweigende, traurige Weite, in der wir nur drei Menschen trafen ... Schafhirten waren es, und sie bezauberten ihre Herden mit der traditionellen Hirtenflöte ... Ein Teil des Bodens, über den wir kamen, war gar kein Boden, sondern es waren Steine, gelblichweiße Steine, glatt-geschliffen wie vom Wasser ...

[Baumbestand gab es so gut wie gar nicht in Galiläa, Kap. 48]:

    Diese unbevölkerten Wüsten, diese rostfarbenen Erdhügel von Unfruchtbarkeit, die nie, aber auch niemals das grelle Licht von ihren schroffen Umrissen abschütteln ... An der Nordostküste des Sees [Genezareth] steht ein einzelner Baum. und dieser ist der einzige Baum irgendwelcher Größe, der vom Wasser des Sees aus sichtbar ist, ausgenommen ein paar einsame Palmen in der Stadt Tiberias, und durch seine einsame Stellung zieht er mehr Aufmerksamkeit auf sich, als es ein Wald täte.

[Aufstieg auf den Berg Tabor, Kap. 49]:

    Der Tabor steht einsam und allein als eine riesige Schildwache über der Ebene von Esdre­lon. Er erhebt sich etwa vierhundertzwanzig Meter über die umgebende Fläche, ein grüner, bewaldeter Kegel, symmetrisch und anmutig - ein hervor­stechendes Wahrzeichen und überdies ein überaus angenehmes Wahrzeichen für die Augen, welche die abstoßende Eintönigkeit der syrischen Wüste satt haben. Wir stiegen den steilen Weg zum Gipfel hinauf, durch wind­durchwehte Dornbusch- und Eichen­lichtungen. Die Aussicht, die sich von der höchsten Spitze aus bot, war beinahe schön. Unten lag die weite, flache Ebene Esdrelom, durch Felder wie ein Schachbrett aufgeteilt und anscheinend genauso glatt und eben, an den Rändern mit weißen. dichtgedrängten Dörfern gesprenkelt und fern und nah schwach mit den gekrümmten Linien der Straßen und Wege gezeichnet. ...

[In Nazareth Kap. 50]:

            .. ein Olivenwäldchen in der Nähe des Marien­brunnens

[Am Hang des Berges mit den Höhlen von Endor, vgl. 1.Samuel 28, Kap. 51]:

           Die Bevölkerung (von Endor) zählt 250 Köpfe, von der mehr als die Hälfte in Höhlen im Felsen lebt ... Der Berg ist kahl, felsig und abstoßend. Kein Grashalm ist zu sehen und nur ein einziger Baum. Das ist ein Feigenbaum .. zwischen den Felsen an der Öffnung der schaurigen Höhle..

[Von Dschenin nach Samaria, Kap. 51]:

    Wir lagerten .. in Dschenin .. und nachdem wir über eine Kette mit Feigenwäldchchen und Olivenbäumen bestandener Bergkuppen ge­stiegen waren .. gelangten wir an die eigen­tümlich terrassierten und reizlosen Hü­gel, die verrieten, daß wir endlich aus Galiläa heraus und nach Samaria gekommen waren. ...

[Nablus/ Sichem, Kap. 52]:

    Die enge Schlucht, in der Nablus oder Sichem gelegen ist, wird intensiv bebaut, und der Boden ist überaus schwarz und fruchtbar. Sie ist gut bewässert, und die Wirkung ihrer üppigen Vegetation wird durch den Gegensatz zu den unfruchtbaren Bergen verstärkt, die auf beiden Seiten emporragen. Einer dieser Berge ist der alte Berg des Segens [Garizim] und der andere der Berg des Fluches [Ebal].

[Von Nablus/ Sichem nach Jerusalem, Kap. 52] vgl. 3.:

    Je weiter wir kamen, desto heißer wurde die Sonne und desto felsiger und kahler, abstos­sender und öder die Landschaft. Es hätten nicht mehr Steinstücke über diesen Teil der Welt verstreut herumliegen können, wenn seit einer Ewigkeit alle zehn Quadratfuß des Landes von einem anderen Steinmetzunternehmen besetzt gewesen wären. Es stand kaum irgendwo ein Baum oder Strauch. Sogar der Ölbaum und der Kaktus, diese treuen Freunde nutzlosen Bodens, hatten das Land beinahe verlassen. Es gibt keine ermüdendere Landschaft für das Auge als die, welche die Zufahrtswege nach Jerusalem begleitet. Der einzige Unterschied zwischen den Straßen und dem umgebenden Land ist vielleicht der, dass auf den Straßen etwas mehr Steine liegen .. Jerusalem zählt nur vierzehntausend Einwohner.

[Auf dem Weg nach Bethlehem, Kap. 55]:

    Wir erreichten das Feld der Hirten und standen in einem eingefriedeten Olivengarten. Das Feld der Hirten ist eine Wüste, mit losen Steinen bedeckt, ohne Vegetation, grelleuch­tend unter der glühenden Sonne.

[Auf dem Weg von Jerusalem nach Jaffa, Kap. 56]:

    Manchmal stießen wir in den Bergschluchten auf üppige Obstgärten mit Feigen, Aprikosen, Granatäpfeln und solchen Dingen, aber öfter war die Landschaft rauh, gebirgig, ohne Pflanzen­wuchs und abstoßend. ... Schließlich gelangten wir zu dem edlen Orangenhain, in dem die orientalische Stadt Jaffa verborgen liegt.

12. "Das Land ist leer und verwüstet und ohne Einwohner"

schreibt Samuel Manning 1874 in 'Those Holy Fields" /WS/

dass er in Israel "erbärmliche Verwüstung und Vernachlässigung" sah und daß es "jetzt fast verlassen" ist, schreibt S C Bartlett 1879 in "From Egypt to Palestine" /WS/

Judäa sei so verwüstet menschenleer, daß er "meilenweit keine Anzeichen von Leben oder Besiedlung gesehen habe, berichtet der englische Geograph Arthur Stanley 1881 in "Sinai and Palestine" /WS/

Israel ist "ein ruiniertes Land" und "die Anzahl und der Lebensstandard der Menschen auf dem Land, die das Rückgrat der Gesamtbevölkerung sind, ist am schlimmsten zurückgegangen", schreibt C.R.Conder 1883 in "Heth and Moab" /WS/

13. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts

schrieben Besucher des Landes noch immer über dessen Verwüstung:

„Ich reiste im Frühling durch ein trauriges Galiläa, und ich fand es still ... Wie an anderen Orten, wie überall in Palästina, sind Stadt und Palast zum Staub zurückgekehrt ... Diese Melancholie der Ver­lassenheit ... liegt schwer auf dem ganzen Heiligen Land.“ /Be/_S. 165_(Pierre Loti, La Galilee, Paris, 1895, zitiert bei Peters, From Time Immemorial, S. 161).



Aus Berichten Anfang des 20. Jahrhunderts:

14. Die Küstenebene

„Die Straße von Gaza nach Norden war nur ein Sommerpfad, für den Transport mit Kamelen oder Karren zu benutzen ... man sah keine Oran­genhaine, keine Obst- oder Weingärten, bevor man das Dorf Yavne erreichte... Die Häuser waren aus Lehm errichtet. Fenster gab es keine. Die Bewohner benutzten Holzpflüge, die Erträge waren sehr kärglich. Die hygienischen Einrich­tungen des Dorfes befanden sich in einem erschreckenden Zustand. Schulen existierten nicht. ... Der westliche Teil des Landes, zum Meer hin, war fast vollständig Wüste. Es gab kaum Dörfer dort, und diese waren nur sehr spärlich bewohnt. Eine Menge Ruinen sah man rings­umher - zum Teil eine Folge des weitverbreiteten Malariafiebers. Viele Dörfer waren von ihren Bewohnern verlassen worden. Aus dem Bericht der Königlichen (Britischen) Palästina-Kommission von 1913 /BH/

15. Große Landstriche waren verwildert

Wir fanden das Land von Fellachen bewohnt, die in Lehmhütten hausten und fast ausnahmslos schwer unter der weit verbreiteten Malaria litten.... Große Landstriche waren verwildert ... Lewis French, der 1931 von der britischen Regierung ernannte Leiter für die Entwicklung des Landes

16. Araber wissen sehr wohl

Ein Araber, der im Exil lebende Abdel Razek Kader, bestätigte diesen Befund 1969: „Um die Jahrhun­dertwende war Palästina nicht mehr das Land, darin Milch und Honig fließt (. . .) sondern eine arme ottomanische Provinz, eine Halbwüste, wo es mehr Disteln gab als Blumen. An der Mittel­meerküste und in der südlichen Hälfte des Landes gab es nichts als Sand, und die Sümpfe in den Ebenen waren Brutstätten für Malaria, welche die spärliche halbnomadische Bauernbevölkerung dezi­mierte, die sich an die kahlen Berghänge klam­merte.“ Siehe auch /Palästina-Landbesitz: / 12. Die Nationalisten ...

17. Bauern und Beduinen

Der Theologe und Historiker James Parkes faßte um die Mitte (des 20.) Jahrhunderts die Zustände im damaligen Zeitabschnitt so zusammen /Pa/:

„Die Bauernbevölkerung und die Beduinen tragen im gleichen Maße die Schuld am Verfall des Bodens, der Quelle ihres Lebensunterhalts. Bei den Fehden zwischen den Dörfern kam es nur zu oft vor, daß man den Gegner durch das Fällen seiner Obst- und Olivenbäume und durch Vernichtung der Getreideernte zu strafen suchte. Die Beduinen vernichteten die Ernten der Dörfer, die sie überfielen, und töteten oder entführten die Viehherden. Die Brunnen füllten sie mit Steinen und zerschlugen die Wasserbecken und Zisternen. Die Unsicherheit, die sie verbreiteten, war so groß, daß ausgedehnte und fruchtbare Bezirke jahrelang völlig unbebaut blieben und Flüsse und kleinere Wasserläufe sich stauten, wodurch sich Brutherde für Malaria bildeten, die endemisch wurde und die unglücklichen Bauern zwang, anderswo ihr Glück zu suchen oder in den Städten zu hungern . . . Im neunzehnten Jahrhundert kam es sogar vor, daß Dorfbewohner wegen des Niedergangs ihrer Landwirtschaft selbst begannen, sich den Beduinen zuzugesellen und deren Leben zu führen. Trotz der ungewöhnlichen Fruchtbarkeit des Bodens ist die Bevölkerungszahl in historischen Zeiten wahr­scheinlich nie auf einen so niedrigen Stand gefallen wie in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts.“ /Pf/_S.78_(aus M. Aumann, S.6).

18. Das Bergland Judäa und Samaria

/RK/_Moshe Brawer: Transformation in Arab Rural Settlement in Palestine

Etwa 50% der Dörfer in der Umgebung von Hebron , im östlichen Judäa, in Samaria und im zentralen Jordantal waren vom 17. Jh. bis Anfang des 19. Jh. verlassen, dgl. 26% der Dörfer in der Küstenebene (Sharon) und auf den angrenzenden Gebirgs­ausläufern Samarias (W.D. Hütteroth ... Deutscher Geographentag 1969, 1970).



/Pr/ Randall Price: Unheiliger Krieg-Amerika, Israel und der radikale Islam, Schwengeler, CH, 2002

/Be/ Ramon Bennett: Philister oder die große Täuschung, Arm of Salvation, Jerusalem 1995, Deutschland: Asaph 1996

/Pf/ Rudolf Pfisterer: Israel oder Palästina, R.Brockhaus 1992

/Tw/ Mark Twain: The Innocents Abroad, London 1881. Dt. Ü.: Die Arglosen im Ausland

/Pa/ James Parkes: Whose Land? History of the Peoples of Palestine, Harmondsworth, Great Britain, 1970

/RK/ Ruth Kark, Ed.: The Land that became Israel, Yale University Press, London 1990

/WS/ Wolfgang Scheel, Referat, März 2006: Zionistische Landbegrünung als Erfüllung biblischer Verheißungen

/BH/ Ben Halpern: The Idea of a Jewish State; MA: Harvard University Press, 1

--------------------------------------------------------------------------------

Nahost-Friedensprozess-Historie-Landbeschaffenheit_ Stand ES 18.04.06

ViSdP: Deutsch-Israelische Gesellschaft-Arge München, Egon Schneider; D-81604 München, PF 800452

Die Beiträge der Webseite entsprechen nicht unbedingt der Meinung des Vorstandes der DIG



© 2007 DIG Muenchen - Letzte Änderung: 7. Jan 2008